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Die FDP steht am Abgrund

Dass die FDP die Regierungstaktik zur Aussetzung der Schuldenbremse mitträgt, kostet ihr massiv Sympathien bei ihren Wählern.
FDP-Politiker Christian Lindner
Foto: IMAGO/KreativMedia Berlin / Marten Ron (www.imago-images.de) | Den Freien Demokraten muss klar sein: Die Roten und die Grünen bewegen sich vielleicht auf den Abgrund zu, für die Liberalen kann es auch die Klippe hinuntergehen.

Christian Lindner kennt die Richtung in den Abgrund, er ist mit seiner Partei schon mal hineingefallen. Das war 2013. Dann hat nicht zuletzt er die FDP zurück in den Bundestag geführt. Jetzt erscheint nicht nur für die gesamte Ampel ein mögliches Ende der Regierung am Horizont, den Freien Demokraten muss klar sein, die Roten und die Grünen bewegen sich vielleicht auf den Abgrund zu, für die Liberalen kann es auch die Klippe hinuntergehen. Und ob es dann vier Jahre später wieder so eine politische Wiedergeburt gibt, erscheint doch sehr fraglich. 

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Das hängt noch nicht einmal alleine mit sachlichen Problemen zusammen. Lindner setzt nun mit der Regierung darauf, im Bundestag eine Mehrheit dafür zu bekommen, noch nachträglich eine Notlage festzustellen, das ist nachvollziehbar. Ja, es zeichnet sich sogar seitens der Union Unterstützung ab, zumindest aus den Ländern. 

Die FDP und das Image von der Umfallerpartei

Aber für die FDP steht noch mehr dahinter. Die Schuldenbremse ist für diejenigen, die ihnen ihre Stimme gegeben haben beziehungsweise in Zukunft noch geben könnten, ein Symbol. Sie steht für die Glaubwürdigkeit der Liberalen. Und um die war es noch nie gut bestellt. Das Image von der Umfallerpartei hängt der FDP seit jeher an. Und das erklärt auch eine bestimmte Disposition des FDP-Anhängers. In der Regel bekennt er sich nicht zu seiner politischen Leidenschaft. Ständig wird er aufgezogen, wenn nicht sogar angefeindet. Das lässt sich nur dadurch ausgleichen, wenn dieser FDP-Wähler tief in seinem Inneren weiß, seine Leute sind die Gralshüter jener Prinzipien liberaler Wirtschafts- und Finanzpolitik, die außer ihnen niemand vertritt. Und sie kämpfen dafür. 

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Foto: privat / dpa/Montage pwi | Woche für Woche berichtet unser Berlinkorrespondent in seiner Kolumne über aktuelles aus der Bundeshauptstadt.

Doch jetzt zeigt sich, der Kampfesgeist ist nicht so groß. Das muss das FDP-Klientel frustrieren. Und dieser Frust kann bis zur nächsten Wahl durchaus anhalten. Lindner wird sich aus dieser Lage diesmal nicht mit stylishen Schwarz-Weiß-Bildern auf Wahlplakaten retten können. Es wird lange dauern, bis es wieder cool wird, die FDP gut zu finden.

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