Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Boko Haram: Christin versklavt

110 Mädchen ware im Februar in Nigeria von Islamisten der Terrororganisation Boko Haram entführt worden. 100 wurden nun wieder freigelassen. Sorgen bereitet das Schicksal der einzigen Christin unter den Entführten.
Entführte Schülerinnen in Nigeria wieder frei
Foto: Jossy Ola (AP) | Nigeria, Dapchi: Menschen versammeln sich vor dem Krankenhaus in Dapchi, in dem die zurückgekehrten Schülerinnen nach ihrer Entführung behandelt werden.

Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat den größten Teil der Schülerinnen, die sie im Februar bei einem Überfall auf eine Mädchenschule in Dapchi im nigerianischen Bundesstaat Yobe entführt hatten, wieder freigelassen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, sind nach Angaben der Eltern der entführten Mädchen insgesamt 101 der 110 Opfer wieder freigelassen worden. Fünf weitere Schülerinnen seien kurz nach ihrer Entführung gestorben, von dreien fehle jede Spur.

Große Sorge bereitet den Informationen zufolge das Schicksal der einzigen Christin unter den entführten Schülerinnen: Ihre ehemaligen Mitschülerinnen hätten berichtet, das Mädchen sei von den Islamisten versklavt worden. Über ihren Verbleib gibt es keine Informationen. Es ist zu befürchten, dass sie ebenso spurlos verschwunden bleiben wird wie früheren Opfer, die von Boko Haram in die Sklaverei verkauft wurden.

Die radikal-islamische Bewegung bezeichnet sich selbst als „Vereinigung der Sunniten für den Ruf zum Islam und den Dschihad“ und verfolgt das Ziel, im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen islamischen Staat auf der Grundlage von Koran und Scharia zu errichten. Die Terrorgruppe ist auch in den Anrainerstaaten Tschad, Niger und Kamerun aktiv.

DT/chp

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Boko Haram IGFM Menschrechte Islamisten Islamistische Terrororganisationen

Weitere Artikel

Ethnisch-religiöse Konflikte haben das Land an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. Vor allem Christen leiden darunter.
11.08.2023, 09 Uhr
Carsten Beck

Kirche

Wie in vielen Pfarreien der Alltag die Sphäre des Sakralen absorbiert. Ein Spottwort von vor 30 Jahren wird heute von der Wirklichkeit überholt. 
16.04.2024, 19 Uhr
Gerd Neuhaus