Schon wieder sind in Nigeria Christen entführt worden. Diesmal traf es, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete, etwa 170 Gottesdienstbesucher im Bundesstaat Kaduna. Demnach fuhren am vergangenen Sonntag Bewaffnete vor zwei Kirchen vor und zwangen die Gläubigen, mitzukommen. Einigen wenigen Christen gelang die Flucht. Einem Bericht von Vatican News zufolge liegen noch keine Bekennerschreiben oder Lösegeldforderungen vor.
Zuletzt hatte die Entführung von rund 300 Schülern und Lehrern aus einer katholischen Schule Schlagzeilen gemacht. Erst nach rund einem Monat waren die Entführten wieder freigekommen. Inwiefern es sich bei den Angriffen um gezielte Christenverfolgung handelt, ist umstritten. Zuletzt hatte es aus dem Vatikan öfter geheißen, der Konflikt in Nigeria habe auch soziale Ursachen, zudem seien auch Muslime Opfer krimineller Banden.
Anders sieht dies etwa der katholische nigerianische Bischof Wilfried Anagbe, der der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ am gestrigen Montag sagte, es sei ein „Völkermord an Christen“ im Gange. Allein sein Bistum im Süden Nigerias habe 21 Pfarreien durch Angriffe verloren. Statt der christlichen Bewohner hätten sich dort Fulani niedergelassen. Milizen dieser überwiegend muslimischen Volksgruppe verübten in der Vergangenheit immer wieder Gewalttaten an nigerianischen Christen. (DT/jra)
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.










