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Australien: Missbrauchsskandal in Zahlen

Australiens nationale Missbrauchskommission hat am Freitag in Canberra ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Darin ist von fast 2500 Opfern in den rund 1000 Einrichtungen der katholischen Kirche die Rede. Die Betroffenen sind häufig ein Leben lang traumatisiert.
Kindesmissbrauch
Foto: Uwe Zucchi (dpa) | Missbrauchsopfer leiden - häufig ein Leben lang. Foto: Uwe Zucchi/ +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die von der australischen Missbrauchskommission am Freitag in Canberra veröffentlichten Zahlen und Fakten zeigen deutlich das Ausmaß des Missbrauchsskandals in Institutionen des Landes, innerhalb und außerhalb der Kirche. Demnach wurde jedes zweite der rund 8.000 Missbrauchsopfer, die vor der Kommission ausgesagt haben, nach eigener Darstellung als Kind in Einrichtungen christlicher Kirchen sexuell missbraucht. Die meisten davon, 2.489 Betroffene oder rund 61 Prozent, wurden in insgesamt 964 Einrichtungen der katholischen Kirche Opfer von Sexualstraftaten. Mit 594 Betroffenen (14,7 Prozent) folgen die anglikanische Kirche und die Heilsarmee mit 294 (7,3 Prozent).

Zwei Drittel der Opfer waren den Angaben zufolge männlich. 51 Prozent der Opfer beiderlei Geschlechts waren zum Zeitpunkt der Taten zwischen 10 und 14 Jahre alt, 31,5 Prozent wurden als 5- bis 9-Jährige missbraucht; 5,9 Prozent waren 4 Jahre alt oder jünger.

Die Mehrheit der Täter fungierte in den jeweiligen Einrichtungen als Autoritätsperson. Mit 2.113 Personen bestand die größte Gruppe der Täter aus Geistlichen aller Glaubensrichtungen, gefolgt von 1.378 Mitarbeitern von Kinderheimen und 902 Pflegeeltern. Auch Sporttrainer, Pflegepersonal und Ärzte, Laien, Polizisten und Gefängniswärter waren unter den Tätern.

An der Spitze der Institutionen, in denen sich die Missbrauchsfälle ereigneten, lagen mit knapp 42 Prozent Waisenhäuser, Kinderheime und Kindergärten. 32 Prozent der Fälle ereignete sich in Zusammenhang mit religiösen Aktivitäten, gefolgt von Jugendgefängnissen (14,5 Prozent), Freizeit- und Sportvereinen (8 Prozent) und der Armee (3 Prozent).

Nahezu alle Opfer erlitten durch die Missbräuche psychische und soziale Schäden bis ins Erwachsenenleben, heißt es im Kommissionsbericht. Die Probleme reichten von psychischen Störungen bei mehr als 94 Prozent über Beziehungsprobleme (67 Prozent) bis zu Problemen bei der Ausbildung und der wirtschaftlichen Situation. 24 Prozent litten zudem unter sexuellen Störungen.

KNA / jbj

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Heilsarmee Katholische Kirche Missbrauchsaffären Missbrauchsopfer Sexueller Missbrauch

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