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Angriffe auf Gaza „zum Massaker eskaliert“

Der türkische Präsident Erdoğan telefoniert mit dem Papst, um seine Sicht des Nahost-Konflikts darzulegen. Die Sicht des Papstes wird in der türkischen Darstellung verschwiegen.
Papst Franziskus und der türkische Präsident Erdoğan
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | Nachdem das Kommunikationsbüro des türkischen Präsidenten am Donnerstag über ein Telefonat Erdoğans mit Papst Franziskus berichtete, sah sich auch Vatikansprecher Matteo Bruni zu einer Klarstellung veranlasst.

Wieder einmal musste der Vatikan auf eine gezielte Indiskretion der anderen Seite reagieren: Nachdem das Kommunikationsbüro des türkischen Präsidenten am Donnerstag über ein Telefonat Erdoğans mit Papst Franziskus berichtete, sah sich auch Vatikansprecher Matteo Bruni zu einer Klarstellung veranlasst. Präsident Erdoğan habe seinerseits um das Gespräch gebeten, so Bruni, um dem Papst seine Sorge angesichts der humanitären Lage im Gazastreifen darzulegen.

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Laut vatikanischer Darstellung ging es in dem Telefongespräch „um die dramatische Lage im Heiligen Land“. Papst Franziskus habe an die traditionelle Position des Heiligen Stuhls erinnert, „in der Hoffnung, dass man zu einer Zwei-Staaten-Lösung kommen kann und zu einem Sonderstatus für die Stadt Jerusalem“, so Bruni.

Angriffe Israels auf das Gazagebiet „zu einem Massaker eskaliert“

Laut offizieller Mitteilung seines Kommunikationsdirektors in Ankara hat Präsident Erdoğan dem Papst gesagt, dass die Angriffe Israels auf das Gazagebiet „zu einem Massaker eskaliert“ seien. Wörtlich: „Es sei eine Schande für die Menschheit, dass die internationale Gemeinschaft die Entwicklungen ignoriert habe und dass alle Länder ihre Stimme erheben müssten gegen diese humanitäre Tragödie.“ Erdoğan soll in dem Telefonat mit dem Papst gesagt haben, „dass ein dauerhafter Frieden in der Region, in der sich die heiligen Stätten der drei abrahamitischen Religionen befinden, nur durch die Gründung eines unabhängigen, souveränen und geografisch integrierten Staates Palästina innerhalb der Grenzen von 1967 mit Ost-al Quds (Ost-Jerusalem, Anm. d. Red.) als Hauptstadt möglich sein wird“.

Erdoğan soll dem Papst auch über die türkischen Bemühungen um humanitäre und medizinische Hilfe für Gaza berichtet haben. In dem offiziellen Statement aus Ankara wird gar nichts darüber ausgesagt, was Papst Franziskus seinerseits zu Erdoğan sagte. In diesem Sinn berichtete anschließend auch die staatliche türkische Nachrichtenagentur „Anadolu Agency“ über Erdoğans Telefonat mit Franziskus, ganz ohne auf die Positionierung des Papstes und des Heiligen Stuhls einzugehen.  DT/sba

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