Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Paris

Republikaner kritisieren Familienpolitik Macrons

Einige Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl greift die Opposition die familienpolitischen Maßnahmen der aktuellen Regierung an. Unter anderem sehen sie die Sozialversicherung bedroht.
Macrons Familienpolitik hat zu weitergehenden Senkung der Geburtenrate in Frankreich geführt
Foto: Francois Mori (Pool AP) | Die Familienpolitik des amtierenden Präsidenten habe zu einer weitergehenden Senkung der Geburtenrate in Frankreich geführt, heißt es in dem Beitrag, der am Montag veröffentlicht wurde.

In einem Gastbeitrag für die französische Tageszeitung „Le Figaro“ haben über 80 Abgeordnete der Oppositionspartei „Les Républicains“ (LR) die Familienpolitik Emmanuel Macrons angeklagt. Am 2. Dezember wählt die Partei ihren Kandidaten für die französischen Präsidentschaftswahlen, die im April 2022 anstehen.

Weitergehende Senkung der Geburtenrate

Die Familienpolitik des amtierenden Präsidenten habe zu einer weitergehenden Senkung der Geburtenrate in Frankreich geführt, heißt es in dem Beitrag, der am Montag veröffentlicht wurde. Schuld daran seien Maßnahmen, die Familien zusätzlich belasten, etwa die Senkung des Betreuungsgeldes und des Familiensplittings.

Lesen Sie auch:

Auch seien während der fünfjährigen Amtszeit von Emmanuel Macron weniger als 15.000 der ursprünglich geplanten 30.000 Krippenplätze geschaffen worden. Jedes Jahr ließen sich 100.000 Geburten weniger verzeichnen als im Vorjahr. Die Regierung habe es versäumt, den durch den so verursachten Rückgang der Anzahl der Anspruchsberechtigten entstandenen finanziellen Spielraum der Sozialversicherung dafür zu nutzen, Familien Anreize zu bieten, etwa durch Beihilfen für verschiedene Formen der Kinderbetreuung. Der fortschreitende Rückgang der Geburtenrate werde ab 2030 die Finanzierung der gesamten Sozialversicherung gefährden. 

Ein Teil der französischen Christdemokratie ist in der Mitte-Rechts-Partei „Les Républicains“ organisiert. Im Europaparlament gehört die ehemalige „Union pour un mouvement populaire“ (UMP) wie CDU und CSU der Europäischen Volkspartei an. Unter den Unterzeichnern befinden sich Bruno Retailleau, Präsident der LR-Fraktion im Senat und Jean-Christophe Lagarde, Präsident der parlamentarischen Gruppe „Union des démocrates et indépendants“ in der französischen Nationalversammlung.  DT/fha

Themen & Autoren
Meldung CDU CSU Emmanuel Macron Sozialversicherungssysteme

Weitere Artikel

Die Regierung will keinem auf die Füße treten, am Ende treten alle auf der Stelle. Das Resultat ist Verunsicherung. Ein Zwischenruf.
17.09.2026, 09 Uhr
Dorian Winter
Weniger Einwohner, mehr Probleme: Versinkt das schrumpfende Europa in der geopolitischen Bedeutungslosigkeit?
10.10.2026, 09 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Vier Tage nach seiner Operation wird Leo XIV. wieder aus der Klinik entlassen. Und tritt am Sonntag beim Angelus in Erscheinung. Für die Lateinamerika-Reise geben Ärzte grünes Licht.
19.10.2026, 08 Uhr
Sabine Kleyboldt
Zehn Jahre „Amoris laetitia“: Der DBK-Vorsitzende lobt die „hohe Kunst des Zuhörens“ beim Treffen in Rom und nimmt die Erkenntnis mit, dass sich die Kirche weiterentwickelt.
16.10.2026, 11 Uhr
Meldung
Prüfstein für die Strukturreformen im Bistum Eichstätt: In der Oberpfälzer Stadt entsteht ein neuer Pastoralraum.
19.10.2026, 13 Uhr
Henry C. Brinker
Spricht sich Jesus gegen die Steuer für den Kaiser aus, droht ihm die Todesstrafe. Noch heute gewichtet die Kirche politische und gesellschaftliche Fragen oft zu hoch.
17.10.2026, 21 Uhr
Lothar Wehr