Berlin

Kretschmann lehnt Bereitschaft zu Abtreibung als Einstellungskriterium für Ärzte ab

In Baden-Württemberg soll die Bereitschaft, Abtreibungen vorzunehmen, zu keinem Einstellungskriterium für Ärzte an Unikliniken werden. Dies hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann dem ehemaligen CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Volker Kauder versichert.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann
Foto: Christoph Schmidt (dpa) | Die Bereitschaft, Abtreibungen durchzuführen, als Einstellungskriterium für Ärzte? "Das wird es nicht geben", habe Kretschmann nun gegenüber Kauder erklärt, so das Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten.

Der Ministerpräsident von Baden Württemberg,Winfried Kretschmann (Grüne),  hat  dem ehemaligen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagfraktion, Volker Kauder, versichert, dass in seinem Bundesland die Bereitschaft junger Ärzte, eine Abtreibung vorzunehmen, zu keinem Einstellungskriterium werde. "Das wird es nicht geben", habe Kretschmann nun gegenüber Kauder erklärt, so das Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten. Kretschmann habe so unmittelbar auf ein Schreiben von Kauder reagiert, das dieser  heute an den Ministerpräsidenten gerichtet hatte.

Kauder hatte in dem Brief Pläne kritisiert, nach denen Ärzte nur noch dann an Universitätskliniken in diesem Bundesland eingestellt werden sollen, wenn sie sich verpflichten, auch Abtreibungen vorzunehmen. "Niemand darf verpflichtet werden, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen", heißt es in dem Brief von diesem Montag, der der Tagespost vorliegt.

Kauder bittet Kretschmann, von so einem Vorhaben abzusehen

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Dies gelte nur dann nicht, wenn "es eine anders nicht abwendbare Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung abzuwenden gilt", schreibt der Protestant weiter. Kauder bittet Kretschmann daher, von so einem Vorhaben abzusehen und weist darauf hin, dass eine solche Klausel nach seiner Einschätzung  "ein klarer Verstoß gegen § 12 Schwangerschaftskonfliktgesetz" sei. Zudem dürften junge Ärztinnen und Ärzte nicht zu einem Verhalten genötigt werden, das sie nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

Am vergangenen Wochenende hatten mehrere Spitzenpolitiker der Grünen sich dafür ausgesprochen, dass personalpolitisch sichergestellt werden müsse, dass Abtreibungen flächendeckend in einem Bundesland angeboten werden könnten.

DT/sesa

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