Washington, D.C.

ADF: "Die Verfolgung gläubiger Menschen muss ein Ende haben"

Verfolgung von Gläubigen in Nigeria war Thema einer Konferenz von ADF International in Washington im Rahmen des Internationalen Gipfel für Religionsfreiheit. Deutliche Appelle an die Machthaber, die Religionsfreiheit zu schützen.
Nigeria Dinner in Washington
Foto: ADF | Die Sprecher auf dem Nigeria Dinner in Washington, darunter Bischof Matthew Hassan Kukah (3. v.l.) aus der Diözese Sokoto in Nigeria. Die Konferenz forderte: „Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden."

Die religiöse Verfolgung in Nigeria nimmt dramatisch zu. Darauf hat ADF International, eine weltweit tätige Menschenrechtsorganisation, aufmerksam gemacht. ADF setzt sich für die Freiheit und Würde aller Menschen ein. Die Direktorin  für Globale Religionsfreiheit, Kelsey Zorzi, erklärte auf einer Veranstaltung in Washington: „Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. Wir sollten der nigerianischen Regierung nicht erlauben, dass Terroristen und kriminelle Glaubensgemeinschaften ungestraft angreifen.

Religionsfreiheit schützen

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Wir fordern die Machthaber auf, das unveräußerliche Recht jedes Menschen auf Religionsfreiheit zu schützen.“ Gleichzeitig appellierte Zorzi an die internationale Gemeinschaft, mit lokalen Glaubensführern zusammenzuarbeiten, um den interreligiösen Frieden bestmöglich zu unterstützen und Extremismus zu bekämpfen. Nur eine koordinierte und ganzheitliche Anstrengung könne wirksam sein. Die Verfolgung von gläubigen Menschen müsse ein Ende haben. Auf der Veranstaltung schlugen Experten Maßnahmen vor, um die Gewalt und Diskriminierung zu bekämpfen, die von Gruppen wie Boko Haram und den Fulani-Hirten im Land verübt werden.

Gefährliche Region

Nach Angaben von ADF zählen insbesondere der Nord- und Mittelgürtel Nigerias zu den gefährlichsten Orten für religiöse Minderheiten. Hunderttausende Muslime und Christen seien intern vertrieben worden. In der vergangenen Woche seien 121 Schulkinder aus einer Baptistenschule in Kaduna entführt worden. Seit 2012 wurden den Angaben zufolge  über 27 000 nigerianische Christen wegen ihres Glaubens ermordet. „Gewalt und Unsicherheit sind heute die drängendsten Probleme, die die Religionsfreiheit in Nigeria herausfordern. Aber auch andere Themen wie Zwangsheirat und Zwangskonversion im Norden sowie Probleme mit Nicht-Muslimen, die vor Scharia-Gerichte gebracht werden, sind weit verbreitet und zutiefst besorgniserregend“, erklärte Kelsey Zorzi weiter.

Opfer sexueller Gewalt und Sklaverei durch die islamistische Terrorbewegung  Boko Haram seien insbesondere Frauen und Mädchen. Sie würden bei Rückkehr in ihre Heimat geächtet. Konvertiten vom Islam seien oft Schikanen ausgesetzt, die von den Strafverfolgungsbehörden und lokalen Regierungen ignoriert würden.  Religiöse Intoleranz und Diskriminierung gegenüber christlichen Gemeinden gibt es vor allem in den stärker islamisierten Bundesstaaten im Norden Nigerias (fast deckungsgleich mit den zwölf Bundesstaaten, in denen die Scharia gilt). 

Konferenz zu Nigeria

Die Veranstaltung fand am 14. Juli beim Internationalen Gipfel für Religionsfreiheit in Washington, D.C., statt. Der Gipfel war laut ADF die diesjährige weltweit größte von der Zivilgesellschaft geführte Konferenz zur internationalen Religionsfreiheit. Gastgeber des International Religious Freedom Summit waren der ehemalige US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, Sam Brownback, und die ehemalige Vorsitzende der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF), Katrina Lantos Swett. DT/chp

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