Faisalabad

Pakistan: Islamistische Christenverfolgung ungebrochen

Der Blick auf Pakistan zeigt, wie es Christen ergeht, wenn ein extremistischer Islam Einfluss auf das öffentliche Leben nimmt.

Pakistan - Islamistische Christenverfolgung
In Pakistan leiden rund drei Millionen Menschen unter der islamistischen Christenverfolgung. (Symbolbild) Foto: Muhammad Sajjad (AP)

Die Islamische Republik Pakistan ist mit 213 Millionen Einwohnern eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Nach aktuellen Zahlen liegt es auf Platz 5 – hinter China, Indien, den USA und Indonesien.

In den unrühmlichnen "Top Fünf" der Christenverfolgung

Ebenfalls auf Platz 5 liegt Pakistan in einer anderen Rangliste, dem „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2019“. Grund dafür: Der Islam ist Staatsreligion und religiöse Minderheiten wie die Christen (1,5 Prozent – also über drei Millionen Menschen) werden unterdrückt. Sie dürfen ihren Glauben nicht öffentlich ausüben – ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Hinzu tritt die institutionelle Diskriminierung von Christen, ihre Nachteile auf dem Arbeitsmarkt sowie Gewalt und Terror gegen Kirchen.

Das Schicksal Asia Bibis ging um die Welt

Die meisten Opfer der Christenverfolgung in Pakistan bleiben anonym. Anders Asia Bibi. An ihrem Schicksal nahm die Welt teil. Auch deutsche Medien berichteten. Im Mai 2019 konnte sie nach langem Tauziehen endlich nach Kanada ausreisen. Pakistan geriet danach etwas aus dem Fokus der Medien, ohne dass sich dort Grundlegendes geändert hätte. Die Blasphemiegesetze, nach denen Asia Bibi angeklagt wurde, gibt es immer noch. Politiker, Richter und Religionsführer, die daran Änderungen zugunsten von Nicht-Muslimen vornehmen lassen wollen, werden bedroht.

Christliche Familien von Enteignung bedroht

Eine Meldung von „AsiaNews“ lässt nun aufhorchen: Muslimische Politiker drohen 30 christlichen Familien mit Enteignung. In der Millionenstadt Faisalabad sollen sie ihre Wohnstätten verlieren, weil das Gelände, auf dem sie leben, neu bebaut werden soll. Verantwortlich dafür sind zwei Brüder – Immobilienkaufleute, Muslime, Politiker. Dass es dabei nicht allein um einen Landkonflikt aus wirtschaftlichem Interesse geht, zeigt der Umstand, dass die ebenfalls auf dem Gelände lebenden 70 muslimischen Familien unbehelligt bleiben.

Pakistan im Auge behalten

Schicksale wie das der Asia Bibi und Nachrichten wie diese aus Faisalabad sind jedoch nur die Spitze eines Eisbergs systematischer Benachteiligung von Christen in Pakistan. Diese Verstöße gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit im Auge zu behalten und darüber auch in den säkularen Medien zu berichten, ist dringend notwendig.

DT/jobo

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