Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Online-Trend

"Tradwives": Linker Feminismus war einmal

Frauen sind laut Studien zunehmend unzufriedener: Unter dem Hashtag „Tradwives“ finden einige das Glück als „traditionelle Hausfrau“.
Ästhetisierter Alltag: „Tradwives“  auf Social Media finden in traditionellen „Hausfrau“-Aktivitäten Erfüllung.
Foto: IMAGO/imageBROKER/Aleksei Isachenko (www.imago-images.de) | Ästhetisierter Alltag: „Tradwives“ auf Social Media finden in traditionellen „Hausfrau“-Aktivitäten Erfüllung.

„Tradwives“ steht für traditional housewives – traditionelle Haus- und Ehefrauen. Dieser Lebensstil schlägt seit einiger Zeit vor allem in den sozialen Medien unter dem gleichnamigen Hashtag Wellen. Sucht man den Hashtag #tradwife auf Instagram, finden sich zahlreiche Bilder von jungen, schönen Frauen in femininer Kleidung, wie sie das Abendessen für den Mann zubereiten oder das Haus sauber machen. Sie verstehen sich als „homemaker“, das bedeutet, sie machen aus einem Haus ein Zuhause und das mit Hilfe ihrer weiblichen Fähigkeiten und Stärken wie Fürsorge, Empathie und ihrem Gespür für Ästhetik. 

Lesen Sie auch:

Ein Hauch von 50er Jahre-Romantik

Hinter dem für Social Media aufpolierten Alltagsleben mit einem Hauch von 50er Jahre-Romantik versteckt sich eine echte Sehnsucht: Die Frauen auf Instagram, TikTok und Co. sind Hausfrauen, die in der Regel eine christliche Ehe führen, in der der Mann das Haupt der Familie ist und sie durch seine Arbeit ernährt. Die Ehefrau bleibt zu Hause und kümmert sich um den Haushalt und, wenn schon vorhanden, die Kinder. Wenn sie einer Arbeit nachgeht, spielt diese eine untergeordnete Rolle, sowohl zeitlich als auch finanziell, und findet oft zu Hause statt. Was die Industrialisierung den Frauen genommen hat, haben sie sich mithilfe des Internets zurückgeholt: die Heimarbeit. 

Die allgemeine Zufriedenheit von Frauen nimmt laut zahlreicher Studien und Umfragen seit Jahrzehnten stark ab. Das Gallup Institut beobachtet beispielsweise, dass sich die subjektive Lebenseinschätzung von Frauen seit den COVID-19-Maßnahmen in den USA stärker verschlechtert hat als die von Männern. Das bringt viele Forscher ins Grübeln, da Frauen nach objektiven Standards mehr Freiheiten und Möglichkeiten haben als jemals zuvor. Der Fachbegriff dafür lautet Female Happiness Paradox. Die jungen Tradwives schlagen deswegen einen anderen Weg ein als den, den der Feminismus weist, denn sie sehen, dass große Büros und Beförderungen ihre Geschlechtsgenossinnen nicht zwangsweise glücklicher machen, meint „Tagespost“-Autorin Anna-Lena Bioly. DT/fha

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Tagespost die vollständige Analyse des Phänomens „Tradwives“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Traditionen

Weitere Artikel

In Sagunto hält eine katholische Bruderschaft daran fest, keine Frauen aufzunehmen – und gerät damit in Konflikt mit der Regierung.
25.03.2026, 10 Uhr
José García
Das klassische Zwei-Personen-Beziehungsmodell scheint out zu sein, insbesondere unter jungen Menschen. Doch die „Liebe für alle“ entpuppt sich letztendlich als purer Egoismus.
05.09.2025, 19 Uhr
Veronika Wetzel

Kirche

Rückenwind für Papst Leo – und Versöhnung mit Franziskus: die US-Bischöfe weihen ihr Land im Juni dem Herzen Jesu. Damit geben die Katholiken ihrer gespaltenen Nation ein Beispiel.
23.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Jerusalem hielt die Apostel für berauscht. Aber der Heilige Geist hatte sie nur erfüllt und aus ihnen freimütige Zeugen gemacht. Betrunkene gründen keine Weltkirchen.
24.05.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Christian Rutishauser ist Jesuit und Judaistik-Professor an der Universität Luzern. Im Interview spricht er darüber, warum für die Kirche die Juden Teil der Ökumene sind.
23.05.2026, 15 Uhr
Patrick Peters
Latein, Stille, Weihrauch und gregorianischer Gesang: Chartres-Wallfahrtsorganisator Philippe Darantière sieht im „Vetus Ordo“ eine Rückkehr zum Wesentlichen.
23.05.2026, 14 Uhr
Meldung