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Fröhlich durch die Fastenzeit!

Am nächsten Mittwoch beginnt die Fastenzeit, eine Zeit, die wir meistens nicht so gerne mögen … Hier erfährst du, wie diese besondere Zeit dir hilft, in der Liebe zu wachsen.
Weg Fastenzeit
Foto: Notre-Dame de Vie | Dein persönlicher Weg durch die Fastenzeit kann dir dabei helfen, Jesus tiefer in dein Herz aufzunehmen. So wirst du am Osterfest eine ganz besondere Freude verspüren.

In den kommenden Tagen wirst du Fasching feiern und viel Spaß haben. Lachen ist immer schön und gut, es gehört zum Leben. So ist es, dass wir in unserem Leben Momente der Freude erleben, Momente der Arbeit, Momente zum Spielen und zum Beten… Ja, es gehört sich so!

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Und für jeden Moment wollen wir dankbar sein, auch für die Fastenzeit! Denn wenn wir wissen, was sie in Wirklichkeit ist, worauf sie uns vorbereitet, sehen wir sie anders. Wenn wir sie gut leben, werden wir Jesus näherkommen.

Die Fastenzeit ist ein Weg, ein Vorbereitungsweg, der uns zum größten Fest der Christen führt: zum Osterfest. Da feiern wir, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, dass die Liebe stärker ist als der Tod. 

40 Tage, um frei zu werden

Die Fastenzeit dauert 40 Tage. Diese Zahl ist kein Zufall, sie erinnert uns an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste verbracht hat, ganz allein. Der einzige Besuch, den er hatte, war nicht schön: Der Teufel ist gekommen, um ihn in Versuchung zu führen. Aber Jesus hat den Teufel besiegt.

Während dieser 40 Tage in der Wüste bereitete sich Jesus auf sein öffentliches Wirken vor. Die Zahl 40 erinnert uns auch an die 40 Jahre, die das hebräische Volk in der Wüste verbracht hat, als Mose es aus Ägypten in das Land der Verheißung führte: aus der Sklaverei zur Freiheit.

In den 40 Tagen der Fastenzeit wollen wir immer freier werden, das heißt, uns von der Sünde abwenden und uns Gott zuwenden. Wir wollen mit Jesus einen Weg der Befreiung gehen, um ihm immer ähnlicher zu werden, und dann mit großer Freude seine Auferstehung feiern.

Dieser Weg beginnt mit dem Aschermittwoch.
Der Aschermittwoch ist der erste Tag der Fastenzeit. Vielleicht denkst du: Aschermittwoch, was für ein komischer Name! Ja, aber der Name hat einen tiefen Sinn. An diesem Tag, wenn wir in den Gottesdienst gehen, bekommen wir ein Aschenkreuz auf die Stirn. 

Die Asche erinnert uns daran, dass alles vergeht. Jeder Mensch muss einmal sterben. Aber Jesus ist auferstanden und will uns zu sich ins ewige Leben führen. Erinnerst du dich, wie wir im letzten Jahr am Palmsonntag Jesus begrüßt haben, als er auf einem Esel in seine Stadt Jerusalem einzog? Wir hatten Zweige in der Hand. Aus den Zweigen wird nun die Asche für den Aschermittwoch gemacht. Die alten Zweige werden verbrannt; was übrig bleibt, ist Asche, Zeichen unserer Zerbrechlichkeit.

Das Aschenkreuz ist auch Zeichen für den Wunsch, uns Gott und den anderen zuzuwenden. Am Aschermittwoch können alle, die es wünschen, das Aschenkreuz auf die Stirn bekommen, auch die Kinder. Damit zeigen wir, dass unser Leben auf der Erde einmal zu Ende geht und wir jetzt neu beginnen möchten.

Die Fastenzeit kann eine Chance sein, wenn du sie gut lebst, das heißt, wenn du das machst, was Jesus uns am Aschermittwoch sagt (Mt 6,1–6.16–18). Wenn Jesus uns um etwas bittet, ist es nicht, um uns das Leben schwer zu machen, im Gegenteil, es ist immer, um uns wachsen zu lassen: wachsen als Mensch und als Christ, wachsen in der Freundschaft mit ihm, wachsen in der Freiheit, wachsen, damit wir immer mehr zu einem Kind Gottes werden. Ganz konkret bittet uns Jesus um drei Dinge: mit den anderen teilen, beten und auf etwas verzichten.

Wenn wir mit jemandem etwas teilen, machen wir den anderen glücklich und werden selber auch glücklich! Wenn du auf etwas verzichtest, was dir lieb ist, sei es ein Videospiel, ein Film oder Süßigkeiten oder… oder…, zeigst du damit, dass du nicht daran hängst, sondern frei bist. Du bist kein Sklave! Wenn du stattdessen betest oder jemandem hilfst, zeigst du, dass Gott dir wichtiger ist.

Jedes Mal fügt Jesus hinzu: Aber tu es nicht so, dass viele es sehen und dich dann toll finden. Sei kein Angeber! Tu es lieber im Geheimen, im Verborgenen. Gott sieht, was du machst. Er freut sich darüber, wenn du es nur für ihn und für die anderen tust.

Mit Freude und Großmut 

Viele meinen, dass die Fastenzeit schwer und traurig ist. Das stimmt aber nicht. Zwar sind unsere Kirchen in dieser Zeit nicht mehr mit Blumen geschmückt und der Priester hat ein violettes Messgewand an, aber wir wollen auf das Ziel schauen!

Der heilige Paulus vergleicht uns Christen mit Läufern, die im Stadion laufen und den Siegespreis gewinnen wollen (1 Kor 9,24). Die Sportler, egal was sie für einen Sport machen, müssen viel trainieren, um zu gewinnen, das weißt du. Unsere Fastenzeit kann dieses Training sein!

Auf dem Bild siehst du, wie du den Weg mutig, aber auch fröhlich gehen kannst. Das Ziel wollen wir nie aus den Augen verlieren: Es ist die große Freude des Osterfests. Du erkennst die fünf Sonntage, die mit einer Sonne gekennzeichnet sind. Jeden Sonntag feiern wir die Auferstehung Jesu, der für uns die Sonne der Gerechtigkeit ist.

Die kleinen Fische sind Zeichen dafür, dass wir am Freitag und am Aschermittwoch kein Fleisch essen, sondern Fisch. Es ist vielleicht kein großes Opfer, aber es zeigt, dass wir gehorsam sein wollen und verbindet alle Christen miteinander.

Ein Herz für eine gute Tat

Was bedeuten die vielen Herzen? Jedes Herz entspricht einer guten Tat, die du aus Liebe zu Jesus machst! Wenn du jemandem hilfst, wenn du deinen kleinen Geschwistern eine Geschichte vorliest, statt in deinem Zimmer weiterzuspielen, wenn du dir Zeit nimmst, um bei Jesus zu bleiben, kannst du auf dem Weg ein Herz malen. Sicher hast du noch andere Ideen, was du Gutes tun kannst. Es wird dich mit Freude erfüllen.

Jedes Mal, wenn du dich für das Gute entscheidest, stärkst du deinen Willen! Du bist ein guter Sportler, du wirst den Siegespreis, das ewige Leben, gewinnen und jetzt schon ein echter Freund Jesu sein. 

Nimm dir einen Vorsatz, was du in der Fastenzeit tun willst, und schreibe ihn auf einen Zettel. Gott gibt uns die Kraft, unsere Vorsätze zu halten, uns von unseren schlechten Gewohnheiten abzuwenden und das Gute zu tun. Er geht mit uns auf dem Weg zum Osterfest.

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Bitten wir ihn um seine Kraft:
Jesus, danke für die 40 Tage der Fastenzeit, für diese Chance für mich.
Hilf mir, dass ich diese Zeit gut nutze und dir näherkomme. 


Die Autorinnen sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie.

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