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Deine Kirche – ein lebendiger Ort!

Das Kirchengebäude ist nicht einfach nur ein großes, altes Gebäude aus Stein. Alles darin soll dich zu Gott hinführen, damit du ihm begegnen kannst. Komm mit auf Entdeckungsreise.
Kirche
Foto: Bernadette Drayß | Bestimmt hast du schon einmal gesehen, wie wunderschön Kirchenfenster aussehen, wenn die Sonne hindurchscheint. So macht auch Gottes Licht unser Leben hell und bunt.

Das größte Gebäude in meiner Stadt ist vor ein paar Wochen 125 Jahre alt geworden. Es ist meine Heimatkirche St. Peter und Paul. Die Kirche ist ein Backsteinbau mit zwei Seitenschiffen und einem hohen Turm. Viele Kirchen sehen so oder ähnlich aus, vielleicht deine Kirche auch? Warum ist das eigentlich so und warum gibt es bestimmte Dinge in einer katholischen Kirche, die überall gleich sind?

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Eine katholische Kirche ist der Ort, an dem Jesus den Menschen ganz nah und greifbar begegnet, in der Frohen Botschaft und in der Eucharistie. Es ist kein normales Gebäude oder Haus, sondern das Haus Gottes. Und so ist alles in der Kirche auf diese Begegnung mit Jesus hin ausgerichtet. Bereits die äußere Form der Kirche möchte uns etwas zeigen. Meine Heimatkirche wirkt ein bisschen wie eine kleine Burg, erbaut aus Stein.

Eine sichere Burg

In Psalm 46 wird Gott als sichere Burg bezeichnet und so zeigt uns die Architektur der Kirche eben auch dieses Bild von Gott. Der Turm der Kirche ragt hoch in den Himmel hinauf, und deutet so auf das Himmlische hin. Das Glockengeläut hilft uns, auch akustisch auf Gott aufmerksam zu werden. Die Fenster der Kirche, oft sehr schön bunt gestaltet, werden durch das Licht von außen her erhellt, so wie auch das Leben der Christen durch das Licht Christi erhellt wird. Außerdem sind Kirchen oft nach Osten, zum Aufgang der Sonne hin, ausgerichtet. Betritt man die Kirche nun von Westen nach Osten, dann geht man symbolisch aus der Dunkelheit der Welt auf das Licht der Auferstehung Jesu, das ewige Leben, zu.

Wenn du in die Kirche eintrittst, wirst du als erstes an einem Weihwasserbecken, vielleicht sogar am Taufbecken selbst, vorbeikommen. Mit dem Kreuzzeichen, das du mit dem Weihwasser beim Eintreten in die Kirche machst, erinnerst du dich an deine Taufe. Damals bist du reingewaschen und in die weltweite Gemeinschaft der Christen aufgenommen worden. Das Taufbecken befindet sich in den meisten Kirchen weiter vorne im Kirchenschiff, manchmal sogar in einer eigenen Taufkapelle. Am Taufbecken empfangen wir Christen unser erstes Sakrament – die Taufe.

Jesus ist der Steuermann

Das Kirchenschiff heißt so, weil Jesus der Steuermann des Schiffs der Kirche ist, das uns Christen sicher durch die Stürme des Lebens bringt. Hier kannst du dich nun in eine Kirchenbank setzen. An den Seiten der Kirche wirst du verschiedene Dinge entdecken. Da ist zum Beispiel der Beichtstuhl, der Ort der Versöhnung mit den Menschen und mit Gott. Dort darfst du erleben, dass Gott dich liebt und dir vergibt und einen Neustart schenkt. An den Seitenwänden hängen in vielen Kirchen Bilder von Heiligen, biblischen Szenen, oder auch die 14 Stationen des Kreuzwegs. Sie wollen dich dazu ermutigen, über diese Geschichten und Menschen nachzudenken, zu beten und dir die frohe Botschaft ohne Worte erklären.

Blickst du nun nach hinten, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit die Orgel entdecken. Dieses Instrument wird nicht umsonst als „Königin der Instrumente“ bezeichnet. Sie ist das größte Instrument der Welt, weil sie in der Lage ist, ein ganzes Orchester zu imitieren. Die Orgel zeigt dir ein Bild von Gott und Welt: So wie die unsichtbare Luft die Orgel zum Klingen bringt, so macht Gottes Lebensatem diese Welt lebendig.

Ein nicht mehr wirklich genutztes Bauteil wirst du in deiner Kirche vielleicht auch sehen – die Kanzel. In früherer Zeit war dies der Ort, von dem aus gepredigt wurde, damit alle den Priester ohne Mikrofon gut verstehen konnten. Heute geschieht das vom Ambo aus. Der Ambo ist ein festes Pult, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird – die Lesungen, der Psalm, das Evangelium und die Predigt. Weil uns das Wort Gottes geistlich nährt, nennt die Kirche den Ambo auch den „Tisch des Wortes“. Ein weiterer Tisch, der „Tisch des Leibes Christi“ steht zentral in der Mitte des Altarraumes, gut sichtbar von überall aus.

Er ist fast immer aus festem Naturstein gebaut, da er Christus als den unverrückbaren „lebendigen Stein“ darstellt, auf dem unser Glaube gründet. Wenn der Priester also den Altar küsst oder beweihräuchert, dann meint er damit Jesus Christus selbst, der mitten unter uns ist. Der Altar verbindet zwei Geheimnisse: Er ist gleichzeitig ein Opferort und ein Festtisch. Als Opferort erinnert er an das Kreuz, an dem Jesus sein Leben aus Liebe für uns hingegeben hat. Als Festtisch ist er der Ort, an dem er uns heute wie damals beim letzten Abendmahl einlädt, das Brot, das zu Jesu Leib gewandelt wurde, zu teilen und zu empfangen. Er verbindet also den traurigen Moment des Karfreitags mit der großen Osterfreude. In diesen Altar ist normalerweise auch die Reliquie – ein kleiner Teil vom Körper – eines Heiligen eingefügt. Das erinnert uns daran, dass die Heiligen im Himmel jede Messe mit uns mitfeiern. Frag doch mal bei deinem Priester nach, wessen Reliquie in eurem Altar eingelassen ist.

Das Kreuz erinnert uns

Auf dem Altar oder in der Nähe des Altares befindet sich das Altarkreuz mit dem Abbild des gekreuzigten Christus. Das Kreuz erinnert uns daran, wie groß Jesu Liebe am Kreuz war und dass er den Tod besiegt hat. Im Altarraum siehst du auch die sogenannten Sedilien, das sind die Sitze für Priester, Diakon und Messdiener. Der Hauptstuhl ist dabei für den Priester bestimmt, der der Gemeinde an Jesu Stelle wie ein guter Hirte vorsteht und den Gottesdienst leitet.

Und dann gibt es noch den größten Schatz der Kirche: den Tabernakel, in dem Jesus selbst, das Brot des Lebens, wohnt. In älteren Kirchen findest du den Tabernakel meist im Hochaltar, der an der Rückwand steht. Der Hochaltar selbst ist oft ein riesiges Kunstwerk, das uns in Bildern und Schnitzereien die Geschichten der Bibel und der Heiligen aufzeigt. In der Mitte dieses prächtigen Altares kannst du das Tabernakeltor entdecken, das wie das Eingangstor zu einem königlichen Thronsaal aussieht. 

In moderneren Kirchen findest du den Tabernakel oft seitlich auf einer Steinsäule. Er sieht vielleicht ein bisschen aus wie ein geheimnisvoller Tresor. So ist es möglich, nah an Jesus heranzutreten und in Stille mit ihm zu reden, wie mit einem Freund. Dass Jesus im Tresor ist, erkennst du an dem roten „Ewigen Licht“, das daneben brennt. Es zeigt dir an, dass Jesus immer für dich da ist, er wartet auf dich und hat immer Zeit für dich. 

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Wenn du nun das nächste Mal deine Kirche besuchst, dann nimm dir etwas Zeit und schau dich genau um. Du wirst merken: Diese Kirche ist nicht einfach nur ein großes, altes Gebäude aus Stein. Sie ist ein lebendiger Ort, an dem dich alles zu Gott hinführen möchte, damit du ihm begegnen kannst.


Die Autorin ist Sozialpädagogin, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie schreibt auf ihrem Blog über das Kirchenjahr: www.sanktwerk.de/blog

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