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Petrus wollte einen starken Jesus

Jonas und Emma dürfen verstehen: Gott ist nicht wie ein Held, der andere besiegt. Er leidet lieber, als dass er verletzt. Die Auflösung des Bibel-Quiz aus der Print-Ausgabe der „Tagespost“ findet ihr am Ende des Evangeliums-Impulses.
Petrus macht Jesus Vorwürfe
Foto: Peter Esser | Petrus macht Jesus Vorwürfe: Kinderimpuls zu Mt 16,21–27.

Nach der Schule bei Opa am Tisch: Jonas stocherte im Essen herum und redete kein Wort. Opa bemerkte es sofort: „Irgendwas ist anders heute.“ Jonas seufzte: „Das Kreuz ist weg.“ Opa runzelte die Stirn. „Wie, weg?“ Emma übernahm: „Ein Mitschüler hat es abgenommen.“ Jonas nickte finster: „Er hat gesagt, das sei ein Zeichen von Überheblichkeit; als ob sich die Christen für etwas Besseres halten …“

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Opa legte langsam die Hände zusammen. „Und was hast du gesagt?“ Jonas zuckte mit den Schultern. „Erst wollte ich es ihm aus der Hand reißen und wieder aufhängen. Aber dann hab ich mir gedacht, dass das Jesus bestimmt nicht gefallen würde, wenn wir um sein Kreuz streiten. Also hab ich versucht zu erklären, dass es nicht darum geht, mit irgendwas anzugeben. Sondern dass Jesus für andere da war und dass das Kreuz eigentlich etwas mit Liebe zu tun hat. Aber der andere hat gesagt, genau das würde er am Kreuz nicht sehen.“

Opa lehnte sich zurück. „Und was hat dich am meisten gestört?“ Jonas dachte nach. „Dass mich keiner verteidigt hat. Und dass ich es nicht gut erklären konnte. Letzte Woche war alles noch so klar: Das Kreuz hing da, und alle haben es akzeptiert. Aber jetzt fühl ich mich wie ein Loser, der etwas nicht verstanden hat.“ Opa sah Jonas an: „Dann geht es dir jetzt wie Simon Petrus.“ Jonas hob den Blick: „Aber der war doch der Fels!“

Opa nickte. „Das dachte Petrus zuerst auch, denn er hat etwas sehr Wichtiges verstanden: Jesus ist mehr als ein Prediger oder ein Prophet. Er kommt von Gott. Aber dann, als Jesus vom Leiden spricht, sagt Petrus: ‚Das darf nicht passieren; das darf Jesus sich nicht gefallen lassen!‘“ Jonas runzelte die Stirn. „Weil er einen starken Jesus will?“ Opa nickte langsam. „Einen Sieger, einen, der sich durchsetzt.“ Jonas schwieg einen Moment, dann sagte er leiser: „Vielleicht habe ich das auch gedacht.“

Jonas fuhr nachdenklich fort: „Ich glaube, ich hab gedacht: Wenn das Kreuz da hängt, dann heißt das, wir haben recht, wir haben gesiegt.“ Er atmete tief ein. „Aber vielleicht ist das nicht der Punkt. Vielleicht ist das Kreuz nicht da, weil jemand gewinnt. Vielleicht ist Gott nicht wie ein Held, der andere besiegt; nicht wie ein Richter, der sagt, wer recht hat.“

„Sondern?“ fragte Opa. Jonas atmete tief durch: „Sondern wie einer, der nicht herrschen will, sondern dienen und der sich runterbeugt. Einer, der lieber leidet, als verletzt.“ Opa beugte sich vor: „Auch Petrus hat mit einem starken Bekenntnis begonnen. Aber dann musste er lernen, dass Gottes Weg nicht nur Stärke ist, sondern auch Hingabe; nicht nur Sieg, sondern auch Demut.“

Jonas nickte langsam. „Dann ist das Kreuz nicht das Ende einer Diskussion, sondern der Anfang von etwas Neuem – auch wenn es nicht mehr da hängt.“ Opa lächelte: „Das hast du gut gesagt.“ Jonas überlegte. „Ich glaube, ich muss das in der Schule nochmal anders erklären.“ Opa legte ihm die Hand auf die Schulter: „Vielleicht musst du gar nicht viel sagen, Jonas. Beim Kreuz geht es vor allem um die Liebe! Du bist das Zeichen, das sich Gott wünscht – mehr als das Kreuz an der Wand!“

Der Autor ist ständiger Diakon, Lehrer und Theologe und lebt mit seiner Frau und vier Kindern bei Landsberg am Lech.


Auflösung zum Bibel-Quiz:

Wohin soll Jesus seiner Aussage nach gehen? – Nach Jerusalem
Was wird dort passieren? – Jesus wird dort vieles erleiden, getötet werden und am dritten Tag von den Toten auferweckt werden

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