Anlässlich des Internationalen Familientages am 15. Mai initiiert die Stiftung für Familienwerte die Kampagne „Mütter schaffen Zukunft“. Ziel ist es, die gesellschaftliche Bedeutung und Leistung von Müttern wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Im Fokus der Kampagne steht die Mutterschaft als zentraler Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Fürsorge sei keine Nebensache, sondern für die Gesellschaft ökonomisch, sozial und menschlich unverzichtbar. Diese Würdigung stützt sich auf Erkenntnisse aus Bindungsforschung, Entwicklungspsychologie, Neurowissenschaft und Bildungsökonomie: Studien zeigten, dass emotionale Sicherheit besonders in den entscheidenden frühen Jahren eines Kindes Resilienz, Stressregulation, Empathie sowie langfristige psychische Stabilität fördert und damit auch gesellschaftliche Folgekosten im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem senken kann.
Wie die Stiftung erklärt, entwickelten sich Kinder dem National Scientific Council on the Developing Child der Harvard University zufolge in einem „Environment of Relationships“. Beziehungen beeinflussten daher nahezu alle kindlichen Entwicklungsbereiche. Das Center on the Developing Child der Harvard University bestätige, dass die feinfühlige und wechselseitige Reaktion zwischen Kind und stabiler Bezugsperson eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung der kindlichen Gehirnstruktur ist.
Gerade in Politik, Medien und öffentlicher Wahrnehmung fehle aber die Anerkennung. Neben der geringen Wertschätzung von Familienarbeit habe sich das politische und gesellschaftliche Klima für Familien spürbar verändert, so Sylvia Pantel, Geschäftsführerin der Stiftung für Familienwerte. Dies sehe man an der kontroversen Debatte um die beitragsfreie Familienversicherung, das Ehegattensplitting und die Institution der Ehe. So forderten etwa die Berliner Jusos die Abschaffung der Zivilehe und bezeichnen sie als ein überholtes, nicht mehr zeitgemäßes Modell.
Laut der Kampagne hat auch die Entwicklung und Auslegung des modernen Feminismus in Teilen dazu beigetragen, dass die Rolle der Familie und insbesondere die der Mutter an gesellschaftlicher Wertschätzung verloren hat. Gerade die vielfältigen Leistungen von Müttern, ihr Verantwortungsbereich, ihr zeitlicher Einsatz sowie ihre Kompetenzen würden häufig nicht angemessen gewürdigt, sondern eher in den Hintergrund gedrängt. Mutterschaft sei aber kein Gegenentwurf zur Gleichberechtigung und zum Feminismus, sondern Teil davon. Eine Gesellschaft, die Sorgearbeit ernst nehme, stelle eine zentrale feministische Frage neu: Welche Arbeit gilt als wertvoll und warum?
Von Politik und Gesellschaft fordert „Mütter schaffen Zukunft“ daher mehr Anerkennung für Mütter und passende Rahmenbedingungen. Dazu gehöre neben finanzieller und struktureller Unterstützung vor allem eine echte Wahlfreiheit für Eltern, wie sie ihre Kinder betreuen wollen, sowie eine finanzielle Absicherung für Eltern in den ersten Lebensjahren. Auch UNICEF betone, dass bezahlte Elternzeit, eine bezahlbare Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitsbedingungen entscheidend sind, damit Eltern Bindung, Pflege und gesunde Entwicklung in der frühen Kindheit ermöglichen können.
Link zur Kampagne: https://lust-auf-familie.com/weil-muetter-zukunft-schaffen/
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