Sankt Augustin

Portrait der Woche: Christoph Ohly

Argwohn und Gerüchte umrankten den Einstand des „Neuen“ in Sankt Augustin. Sein Gewinn für das Erzbistum steht dabei außer Frage

Christoph Ohly
Christoph Ohly gehört auch über sein Fachgebiet hinaus zu den renommierten Theologen Deutschlands", kommentierte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Personalentscheidung. Foto: Uni Trier

Jenseits der akademischen Routine hat der Kirchenrechtler Christoph Ohly am Montag in seiner Heimatdiözese Köln das Akademische Jahr begonnnen. Der kommissarische Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Augustin ist nicht der erste Nicht-Steyler an dieser Schaltstelle. Auch sein turnusmäßig am 30. September aus dem Amt geschiedener Vorgänger Peter Ramers, der mit römischer Dispens für die Dauer eines Jahres zum Rektor ernannt worden war, gehört dem Orden nicht an. Der Übergang der Hochschule in die Trägerschaft des Erzbistums Köln fordert alle Beteiligten nicht nur administrativ und akademisch, sondern auch kommunikativ heraus.

Sprachfähigkeit und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszusehen - als Chance für Sankt Augustin

Argwohn und Gerüchte umrankten den Einstand des „Neuen“ in Sankt Augustin. Dass der stets verbindlich auftretende Ohly ein Gewinn für das Erzbistum ist, steht dabei außer Frage. Als habilitierter Kirchenrechtler mit Lehrerfahrung im Ausland verkörpert er den Anspruch, den der neue Träger mit Sankt Augustin verbindet: Sprachfähigkeit und die Bereitschaft, über den Tellerrand hinauszusehen. Ob die Chance gelingt, an dieser Hochschule etwas wirklich Neues zu schaffen, wie Ohly es in seiner Antrittsrede formulierte, hängt von mehreren Variablen ab: den exzellenten Köpfen, die es für Forschung und Lehre für Sankt Augustin bald zu rekrutieren gilt und den Studierwilligen.

Die Bonner theologische Fakultät führt in einem an eine Posse grenzenden Besetzungsverfahren um den Dogmatiklehrstuhl vor, wie viel Sand das akademische Getriebe hierzulande fasst. Ohly braucht Mitstreiter, wenn Sankt Augustin halten soll, was sich mancher Student von der Theologenausbildung in Bonn nicht verspricht. Erster Stichtag ist der 8. Dezember diesen Jahres. Bis dahin sollen die nach den Richtlinien der Apostolischen Konstitution „Veritatis gaudium“ überarbeiteten Statuten installiert sein. Das Ziel, Theologie in wissenschaftlicher Exzellenz als Gesellschaftswissenschaft in Sankt Augustin zu etablieren und mit missionarischem Esprit zu beseelen, entspricht jedenfalls Ohlys Selbstverständnis.