Sieben zu eins zum Auftakt: Nicht schlecht, was die deutsche Nationalmannschaft da in ihrem ersten Spiel gezeigt hat, aber es war eben nur ein Sieg gegen den Fußballzwerg Curacao. Dass es nicht so leicht ist, der Favoritenrolle souverän gerecht zu werden, zeigte sich schon am Folgetag, der ein sensationelles Unentschieden zwischen der Fußballgroßmacht Spanien und dem kleinen Kap Verde brachte. Pedro Leitão Brito, der Coach von Kap Verde, hatte sich offenbar an der deutschen Trainerlegende Otto Rehhagel ein Beispiel genommen, der einst mit einer defensiven Zementtaktik die Griechen sensationell zum Europameistertitel geführt hatte. Jedenfalls verteidigten die Kapverdier gleichermaßen beherzt wie gut strukturiert, womit sie die Spanier zur Verzweiflung trieben.
Im Nachgang noch aussagekräftiger und aufregender als der dann eben doch nicht so selbstverständliche Sieg der Deutschen war das christliche Bekenntnis Felix Nmechas. Der Spieler mit deutsch-nigerianischen Wurzeln, der bei Borussia Dortmund sein Geld verdient, hatte nicht nur dem Spiel mit mehreren hervorragenden Aktionen seinen Stempel aufgedrückt, sondern auch vor, während und nach dem Spiel mit mehreren Gesten überdeutlich gemacht, was oder wer ihm am wichtigsten ist: Jesus Christus. Ihn in allem, was wir tun – den Fußball eingeschlossen –, zu verherrlichen, ist der eigentliche Sinn und Zweck unseres Lebens. Dass ein deutscher Nationalspieler sich vor einem Millionenpublikum zu seinem christlichen Glauben bekennt, ist ein Novum, das alle Christen begrüßen sollten. Angesichts des antichristlichen Affekts eines Großteils der Gesellschaft sollte die Tatsache, dass Nmecha freikirchlich-evangelikal und nicht katholisch geprägt ist, hier erst einmal keine Rolle spielen.
Es spricht übrigens Bände, wenn man sich anschaut, wer alles medial gegen Nmechas christliches Zeugnis schoss: Unter der Dachzeile „Fußballprofi mit Christusfimmel“ titelte die linke „taz“: „Platzverweis für Jesus“. Kritisiert wurde Nmechas Bekenntnis auch in einem von Gendersternen zersetzten Kommentar auf „katholisch.de“, immerhin das offizielle, von der deutschen Bischofskonferenz finanzierte Nachrichtenportal der katholischen Kirche. Anstoß nahm der Kommentator vor allem an älteren Social-Media-Likes Nmechas, die darauf schließen lassen, dass der Kicker in Sachen LGBTQ-Ideologie wohl weitgehend mit der Lehre der katholischen Kirche übereinstimmt. Schade, dass offenbar nicht alle, die das katholische Trikot tragen, auch im selben Team spielen.
Die „Tagespost" begleitet die gesamte Fußball-Weltmeisterschaft täglich von Montag bis Freitag in ihrer WM-Kolumne. Lesen Sie alle Folgen hier.
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.









