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Der kluge Hirte

Die Entscheidung eines US-Bischofs, seine 13-Zimmer-Residenz zu verkaufen und das Geld an bedürftige Mütter und katholische Projekte zu spenden, setzt ein bemerkenswertes Signal.
McGovern, ein kluger Hirte
Foto: IMAGO/Karla Cot (www.imago-images.de) | Das Bistum Belleville sendet das richtige Signal aus: Die Sorge des Hirten um Mütter in Not endet nicht mit der Geburt des Kindes. Danach hilft man weiter.

In westlichen Industrieländern stoßen christliche Lebensrechtler bei ihrer Arbeit auf eine schwierig zu thematisierende psychologische Hürde: den privilegierten Lebensstandard vieler Kirchenvertreter.

Während die Abtreibungslobby demonstrativ die Schicksale von Frauen aus prekären sozialen Verhältnissen für ihre PR-Arbeit in den Fokus rückt und vorgibt, solidarisch an der Seite der gesellschaftlichen Verlierer zu stehen, verströmen nicht wenige Bischöfe und ein Teil des Klerus die gutbürgerliche Aura der Besserverdiener, denen die Lebenswelt der Durchschnittsverdiener, der sie entstammen, fremd geworden ist. Vom Auto bis zu den Wohnverhältnissen erinnert nach der Weihe nichts mehr an den Lebensstil ihrer Herkunftsfamilie oder an den kinderreicher Eltern.

Ein Beispiel, das Schule machen sollte

Die Entscheidung des amerikanischen Bischofs Michael McGovern (Diözese Belleville), seine 13-Zimmer-Residenz zu verkaufen, um das Geld bedürftigen Müttern, katholischen Schulen und Evangelisierungsprojekten zukommen zu lassen, erreicht die Öffentlichkeit just zu dem Zeitpunkt, an dem die amerikanische Abtreibungslobby den tragischen Fall einer minderjährigen, vom Stiefvater missbrauchten Schwangeren aus zerrütteten Familienverhältnissen für ihre Zwecke instrumentalisiert.

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Der Bischof, der nicht nur von seinem Überfluss abgibt, sondern für Mütter in Not auch den eigenen Lebensstandard herunterschraubt, hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er vermittelt die Tragweite der geistlichen Vaterschaft seines Amtes besser als jede wohlgesetzte Predigt. Dass das bischöfliche Förderpaket auch die Posten „katholische Schulen“ und „Evangelisierung“ umfasst, macht die Botschaft perfekt.

Das Bistum sendet das richtige Signal aus: Die Sorge des Hirten um Mütter in Not endet nicht mit der Geburt des Kindes. Danach hilft man weiter. Das Beispiel des klugen Hirten sollte Schule machen.

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Regina Einig Bischof Katholische Schulen

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