Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Zahl der Woche

Knappe Mehrheit der Deutschen lehnt LBGT- Symbole bei internationalen Wettbewerben ab

Während die Allgemeinheit sich eher ablehnend zeigt, weisen religiöse Gruppen mehr Toleranz auf. 
Alexandra Popp mit LGBT - Armbinde
Foto: IMAGO/Anke Waelischmiller/SVEN SIMON (www.imago-images.de) | Fußballspielerin mit LGBTIQ+ - Armbinde. Eine relative Mehrheit der Deutschen lehnt derartige Zeichen bei Sportwettbewerben ab.

Eine sehr knappe relative Mehrheit von 38 Prozent findet es schlecht, wenn Deutschland bei internationalen Wettbewerben LGBTQI+-Symbole verwendet. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Hingegen haben 35 Prozent der Befragten damit keine Probleme. Mit 22 Prozent geben allerdings auch viele Umfrageteilnehmer an, dass sie es nicht wissen, wie sie sich hierzu positionieren sollen. Weitere sechs Prozent möchten keine Auskunft tätigen.

Lesen Sie auch:

Geteilter Ansicht

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich finde es schlecht, wenn Deutschland bei internationalen Wettbewerben (Sport, Kultur) LGBTQI+-Symbole verwendet.“ Während weibliche Befragte hier geteilter Ansicht sind, 35 Prozent stimmen nicht zu und 33 Prozent stimmen zu, finden dies männliche Umfrageteilnehmer relativ-mehrheitlich mit 43 Prozent schlecht.

Die Erhebung, für die 2.004 erwachsene Personen vom 19. bis 22. Mai befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach religiösen Präferenzen auf. Einzig evangelisch-landeskirchliche Befragte haben mit LGBTQ+-Symbolen bei internationalen Wettbewerben relativ-mehrheitlich mit 40 Prozent kein Problem. Sowohl römisch-katholische mit 38 Prozent stimme nicht zu und 37 Prozent stimme zu als auch konfessionslose Umfrageteilnehmer, 37 Prozent stimmen zu, 35 Prozent stimmen nicht zu, sind hier jeweils gespalten. Alle anderen Religionsgruppen stimmen dieser Aussage jeweils absolut-mehrheitlich mit 51 bis 66 Prozent zu. 

Je weiter rechts sich die Befragten im politischen Spektrum verorten, desto häufiger finden sie das Tragen solcher Symbole bei internationalen Wettbewerben problematisch. Bürger, die sich selber „rechts der Mitte“ verorten stimmten mit 58 Prozent mehrheitlich zu. DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Internationalität und Globalität LGBTQI+ Römisch-katholische Kirche

Weitere Artikel

Kaum überzeugend versuchen die Macher der Olympia-Eröffnungsfeier den Ärger einzufangen, der durch das entstanden ist, was als Verballhornung des Letzten Abendmahls verstanden wurde.
29.07.2024, 11 Uhr
Franziska Harter
Ein Symposium der "Demo für Alle" wirft mitunter unbeabsichtigt Fragen über die Grenzen zwischen Propaganda und Information auf.
10.07.2023, 19 Uhr
Jakob Ranke

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser