Toronto

„Wokes“ Klima: Jordan Peterson gibt Uni-Professur auf

Mit einem Paukenschlag verlässt der Buchautor Jordan Peterson die von ihm als „woke“ Hochschule bezeichnete University of Toronto. In der „National Post“ erläutert er mit deutlichen Worten seine Gründe.
Psychologe Jordan Peterson
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Petersons Studenten seien teilweise inakzeptabel, gerade aus dem Grund, weil sie seine Studenten seien, schreibt er.

Wie der bekannte klinische Psychologe Jordan Peterson in einem Beitrag für die "National Post" mitteilt, hat er seine Position als „tenured professor“ an der kanadischen University of Toronto kürzlich aufgegeben und verzichtet damit auf seine Professur auf Lebenszeit. Er sei nun ein Emeritus – „und das noch vor meinem 60. Geburtstag“.

Peterson: Bin persona non grata

Ein erster Grund für seinen Verzicht sei die Tatsache,, dass seine „qualifizierten und erstklassig ausgebildeten heterosexuellen weißen männlichen graduierten Studenten (ich habe übrigens viele andere gehabt) nur eine minimale Chance haben, eine Forschungsstelle an der Universität angeboten zu bekommen – trotz brillanter wissenschaftlicher Dossiers“. Zum Teil aufgrund von Verpflichtungen zu „Diversity, Inclusion, Equity“ (auf Deutsch „Diversität, Inklusion, Gerechtigkeit“), was Peterson in seinem Beitrag für die National Post mit „DIE“ abkürzt. Diese Verpflichtung sei in der akademischen Welt durchgängig durchgesetzt worden.

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Darüber hinaus seien Petersons Studenten teilweise deshalb „inakzeptabel“ – „gerade aus dem Grund, weil sie meine Studenten sind. Ich bin wegen meiner inakzeptablen philosophischen Standpunkte eine akademische persona non grata. Diese Fakten machten meinen Job moralisch untragbar. Wie kann ich angehende Wissenschaftler annehmen und sie guten Gewissens ausbilden, wenn ich weiß, dass ihre Aussichten auf einen Arbeitsplatz minimal sind?“

Ideologie der Diversität und Inklusion 

Der zweite Grund für Petersons Rücktritt von seiner Stelle an der Universität sei „die entsetzliche Ideologie, die derzeit die Universitäten zerstört und – nachgelagert – die allgemeine Kultur. Nicht zuletzt deshalb, weil es einfach nicht genügend qualifizierte BIPOC-Leute in Vorbereitung gibt, um die Zielvorgaben der Diversität schnell genug zu erfüllen (BIPOC: black, indigenous and people of colour, für diejenigen von Ihnen, die sich im ‚Woken‘ nicht auskennen)“. Unter „allen einigermaßen wahrhaftigen Akademikern, die in den vergangenen drei Jahrzehnten in einer Einstellungskommission tätig waren“ sei dies allgemein bekannt.

Das bedeutet, so erläutert Peterson weiter, dass „wir leider eine Generation von für den Job völlig unqualifizierten Wissenschaftlern hervorbringen“. In „Kombination mit dem Tod objektiver Prüfungen“ habe dies die Universitäten „so stark beeinträchtigt, dass es nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“. 

Alle seine „feigen Kollegen“, schreibt Peterson, müssten „DIE“-Erklärungen anfertigen, um Forschungsgelder zu bekommen. „Sie alle lügen (mit Ausnahme der Minderheit von wahren Gläubigen), und sie schulen ihre Studenten, das gleiche zu tun. Und sie tun das permanent, mit unterschiedlichen Rechtfertigungen, und zerstören damit zusätzlich das, was bereits ein überwältigend kaputtes Unternehmen ist“. Einige seiner Kollegen, so berichtet Peterson in der National Post, „unterziehen sich sogar einem sogenannten Anti-Bias-Training, das von höchst inkompetenten Personalberatern geleitet wird, die albern und unbekümmert und auf anklagende Weise Vorträge über spekulativ allgegenwärtige rassistische/sexistische/heterosexistische Gesinnungen halten“. Ein derartiges Training sei nach Aussage von Peterson „heute oftmals eine Vorbedingung, um eine Dozentenstelle zu bekommen“.  DT/ks

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