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Widersprechende Meinungen aushalten

Schon seit längerem lasse sich der Trend feststellen, dass die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinke, so der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen. Dies gefährde auch die Wissenschaftsfreiheit.
Unis: Gefahr einer Einschränkung der Meinungsfreiheit
Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) | Der aktuelle Fall der Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter, die wegen einer Kopftuch-Konferenz von einer Studierendengruppe angefeindet wurde, belege Tendenzen hin zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit, so ...

Der Präsident des Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, warnt im Gespräch mit der „Tagespost“ vor einem Klima an den Universitäten, das die Wissenschaftsfreiheit gefährde. Aus diesem Grund habe der Verband eine Resolution zur Verteidigung der freien Debattenkultur beschlossen.

"Differenzen zu Andersdenkenden sind im argumentativen Streit auszutragen"

Der aktuelle Fall der Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter, die wegen einer Kopftuch-Konferenz von einer Studierendengruppe angefeindet wurde, belege derartige Tendenzen. „Die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis lebt vom leidenschaftlichen, heftigen und kontroversen Ringen um Thesen, Fakten, Argumente und Beweise“, so Kempen. An den Universitäten müsse daher jeder Student sowie jeder Wissenschaftler seine Forschungsergebnisse, Thesen und Ansichten ohne Angst zur Diskussion stellen können. „Widersprechende Meinungen müssen respektiert und ausgehalten werden. Differenzen zu Andersdenkenden sind im argumentativen Streit auszutragen – nicht mit Boykott, Bashing, Mobbing oder gar Gewalt.“

Tendenz zur Einschränkung der Meinungsfreiheit komme aus anglo-amerikanischem Raum

Kempen weist darauf hin, dass die Tendenz, an den Hochschulen die Meinungsfreiheit einschränken zu wollen, aus dem anglo-amerikanischen Raum importiert wurde. „Dort ist die Entwicklung zu beobachten, niemandem eine Meinung zuzumuten, die dieser als unangemessen empfinden könnte.“ Diese Auffassung verbreite sich auch in Deutschland. Jenen, die sich echauffieren und „Political Correctness“ einfordern, gehe es im Kern um respektvollen Umgang miteinander. „Problematisch wird es, wenn sie das, was sie für richtig erachten, absolut setzen. Dann ist ein Diskurs nicht möglich.“

DT/mee

Wie die Meinungsfreiheit an Universitäten nach Kempens Ansicht besser geschützt werden kann, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 09. Mai 2019.

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