TRANSHUMANISMUS

Unterschied von Menschen und Maschine

Die Grenzen zwischen Rechenmaschine und menschlicher Natur drohen zunehmend zu verwischen. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz analysiert.
Künstliche Intelligenz: Unterschied von Menschen und Maschine
Foto: IMAGO/Alexander Limbach (www.imago-images.de) | „Wissenschaft und Technik werden zu messianischen Größen. Paradox formuliert wäre Transhumanismus die Erlösung des Menschen von seinem jetzigen Zustand, genauer: von sich selbst.“

Frau Gerl-Falkovitz erklärt die modernsten Herausforderungen für das Menschsein. In einer Rezension zu „Künstliche Intelligenz, Transhumanismus und menschliche Personalität“ von Gabriel Franke (2022) betrachtet sie die Frage: „Braucht die Zukunft noch den (bisherigen) Menschen?“

Die Antwort des kalifornischen Bio-Ingenieur Ray Kurzweil laute „natürlich“ Nein: „Die natürliche Auslese schuf den Menschen, der Mensch erschuf die Technik, beide arbeiten nun zusammen an der nächsten technologischen Generation: ‚… nicht weil Menschen zu Maschinen werden, sondern weil Maschinen wie Menschen (und noch viel mehr) werden.‘“

Transhumanismus

Auch der Bruder des Aldous Huxley, Autor der Dystopie „Brave New World“, habe sich schon in den 1960ern für „Transhumanismus“ ausgesprochen: „von nicht-staatlichen, individuell eugenischen Programmen zur Verbesserung der Nachkommenschaft“. Bio-Engineering in der „Schmide“ der Vater- und Mutterlosigkeit.

Gerl-Falkovitz erläutert: „Grenzen zwischen Fleisch und Plastik, Körper und Computer verwischen sich. Das heißt aber auch: Grenzen zwischen Ich und Fremdsteuerung werden durchlässig“. Durch den Wunsch nach einem „übermenschlichem Dasein“ versuche man die „körperlichen und seelischen Grenzen des Menschen technologisch zu weiten“: Die „Utopien im Sinne des totalen Selbstentwurfs setzen sich zunehmend durch.“

Die Linie zwischen Mensch und Maschine verblasse, nicht weil uns die Natur der Maschine unklar wäre, sondern weil die Definition des Menschsein als „animal rationale“ sich für „eindeutig zu kurz gegriffen“ erweist, so Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz.

Lesen Sie auch:

„Wissenschaft und Technik werden zu messianischen Größen. Paradox formuliert wäre Transhumanismus die Erlösung des Menschen von seinem jetzigen Zustand, genauer: von sich selbst.“ DT/jmo

Lesen die sie gesamte Rezension in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Aldous Huxley Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz Raymond Kurzweil

Weitere Artikel

Der Transhumanismus gibt sich heilsgeschichtlich. Aber religiös begründete Transzendenz ist nicht durch technisch hergestellte „Transzendenz“ zu ersetzen.
15.10.2022, 05 Uhr
Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
Frühjüdische Apokalyptik und Philo von Alexandrien erweisen sich als exegetische Fundgrube für eine Erhellung und Unterscheidung Jesu von anderen Mystikern.
25.11.2022, 21 Uhr
Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Kirche

Der hohe Wert von Wahrheit und Freiheit – Nächste Folge der losen Serie über die „Köpfe des Konzils“: Bischof Karol Wojtylas Akzentsetzung beim Zweiten Vatikanum.
29.11.2022, 19 Uhr
Christoph Münch
Papst Franziskus erinnert die Bischöfe an ihre Pflicht, für die Lehre einzustehen. Das zeigt: Seine „Basta-Kommunikation“ wirkt.
29.11.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Ein Fazit, das der Görlitzer Bischof Ipolt aus den Gesprächen in Rom zieht ist, dass man auf dem Synodalen Weg nicht weiter machen kann wie bisher.
28.11.2022, 18 Uhr
Dorothea Schmidt