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„Take It Down“: US-Gesetz verbietet Rachepornos und Deepfakes

Mehr Schutz für Betroffene: Die Verbreitung intimer Bilder ohne Zustimmung – auch wenn sie mittels künstlicher Intelligenz erstellt wurden – ist in den USA künftig strafbar. Plattformen müssen zügig reagieren. Doch es gibt auch Kritik.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnet den „Take It Down"-Act
Foto: IMAGO/White House (www.imago-images.de) | US-Präsident Donald Trump unterzeichnete den „Take It Down"-Act bereits Anfang vergangener Woche – im Beisein seiner Frau Melania sowie mehrerer Betroffener digitaler Übergriffe.

Mit dem „Take It Down Act“ haben die USA ein bundesweites Gesetz verabschiedet, das die Veröffentlichung intimer Bilder ohne ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen unter Strafe stellt. Plattformen wie soziale Netzwerke sind künftig verpflichtet, gemeldete Inhalte innerhalb von 48 Stunden zu löschen.

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US-Präsident Donald Trump unterzeichnete das Gesetz bereits Anfang vergangener Woche – im Beisein seiner Frau Melania sowie mehrerer Betroffener digitaler Übergriffe. Zum ersten Mal richtet sich ein US-Bundesgesetz nicht nur gegen „Revenge Porn“, als „Rachepornografie“, sondern auch gegen computergenerierte Fälschungen. Diese Deepfakes wirken dank künstlicher Intelligenz oft täuschend echt und sind kaum noch von realem Bildmaterial zu unterscheiden.

Er zog seine Mitschülerinnen digital aus

Im Gesetz geht es auch um sogenannte „Undress-KI-Dienste“ – Programme, die Kleidung aus Bildern entfernen: Die Plattform internetmatters.org berichtete im April 2024 von einem alarmierenden Trend: Innerhalb eines Jahres sei der Empfehlungslink-Spam für solche Dienste um 2.000 Prozent gestiegen. In nur einem Monat hätten 34 Anbieter zusammen mehr als 24 Millionen Besucher verzeichnet. Eine dieser Seiten pries die Technologie als „bemerkenswerte Innovation“, mit der sich Kleidung aus Bildern „digital entfernen“ lasse. Im August 2024 waren bereits knapp 140 dieser Dienste aktiv.

Auslöser für das Gesetz war ein Fall aus Texas. Ein Schüler manipulierte Bilder seiner 14-jährigen Mitschülerinnen, zog sie digital aus und verbreitete die Bilder über Snapchat. Trotz zahlreicher Beschwerden reagierte die Plattform monatelang nicht. Erst auf Druck von Senator Ted Cruz wurden die Bilder gelöscht.

Das neue Gesetz stellt nun die Verbreitung intimer Bilder ohne Zustimmung, unabhängig davon, ob sie echt oder KI-generiert sind, unter Strafe. Die Strafen sind empfindlich: bis zu zwei Jahre Haft bei volljährigen Opfern, bis zu drei Jahre bei minderjährigen, und bis zu 30 Monate bei Erpressung oder nachgewiesener psychischer Schädigung. Selbst die Androhung der Veröffentlichung wird strafrechtlich verfolgt. Zusätzlich drohen Beschlagnahmungen digitaler Werke und Endgeräte der Täter.

Inhalte müssen binnen 48 Stunden gelöscht werden

Plattformen sind gesetzlich verpflichtet, beanstandete Inhalte binnen 48 Stunden zu entfernen. Spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten müssen sie ein Verfahren einführen, das es Betroffenen ermöglicht, Inhalte einfach zu melden und deren Löschung zu beantragen. Die Federal Trade Commission (FTC) übernimmt die Aufsicht.

Trotz breiter Zustimmung im US-Kongress – bei der Verabschiedung gab es nur zwei Gegenstimmen – äußern Bürgerrechtsorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation Bedenken. Das Gesetz sehe keine Verfahren für Widersprüche vor, wie es etwa das Urheberrecht erlaubt. Damit könnten auch satirische oder künstlerische Inhalte betroffen sein.

Mit dem „Take It Down Act“ schließen die USA eine bedeutende Gesetzeslücke. Bisher existierten vergleichbare Regelungen nur auf Ebene einzelner Bundesstaaten wie Kalifornien oder Florida. Nun gilt ein einheitlicher rechtlicher Rahmen. Auch Länder wie Indien haben bereits Maßnahmen gegen Deepfake-Missbrauch ergriffen – doch das US-Gesetz gilt aufgrund seiner Reichweite und Sanktionen als internationaler Meilenstein.  DT/jg

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