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Jan Böhmermann: Die Anzahl seiner Gegner wächst

Deutschlands bekanntester TV-Satiriker erhielt einen Schmähpreis von Roland Tichy. Aber Kritik an Böhmermann kommt nicht nur von rechts.
Hat schon viele Debatten losgetreten: TV-Satiriker Jan Böhmermann.
Foto: Christophe Gateau (dpa) | Hat schon viele Debatten losgetreten: TV-Satiriker Jan Böhmermann.

„Vielleicht muss ich ein bisschen mehr erklären. Andererseits, ist es wirklich mein Job, mich zu erklären?“, so Jan Böhmermann im Sommer 2023 gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“. Der mehrmals mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Satiriker hat im Laufe der Jahre in seiner Show „NEO/ZDF Magazin Royale“ zahlreiche Skandale und Debatten losgetreten. Mit seiner Abmoderation einer seiner letzten Sendungen am 16. Februar, bei der er den Zuschauern nahelegte, anstatt die „Nazi-Keule“ rauszuholen, „Nazis zu keulen“, provozierte er neuerlich Empörung, besonders aus der Politik. 

Kliemann und Schönbohm

So erhielt Böhmermann erst am 26. Februar den „Karl-Eduard-von-Schnitzler-Preis für Propaganda-Journalismus“. Abgestimmt hatten laut einer Pressemitteilung der Stiftung Meinung & Freiheit e.V., deren Vorsitzender der Journalist Roland Tichy ist, rund 10.000 Bürger, die Rundfunkgebühren zahlen. Aber Kritik an Böhmermann stammt nicht allein aus der konservativen oder rechten Szene. Es sind alles andere als alternative Medien wie der „Spiegel“, die „FAZ“ oder „Meedia“, die Böhmermanns investigative und journalistische Arbeit bemängeln.

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Im Jahr 2022 verantwortete Böhmermann zum Beispiel den Niedergang von Fynn Kliemann, einem „Sinnfluencer“, dem das „Magazin Royale“ Betrug beim Verkauf von Masken während der Corona-Pandemie vorwarf: Kliemann und sein Geschäftspartner Tom Illbruck  hätten unter anderem den Ursprung der Masken fälschlicherweise als Europa angegeben – in Wahrheit seien die Masken aus Asien gekommen. Kliemann war medial tot, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Monate später stellte man das Verfahren ein; weder Kliemann noch Illbruck haben gegen das Gesetz verstoßen.

Vorwurf der Spaltung

Auch Arne Schönbohm, der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, den Bundesinnenministerin Nancy Faeser nach einem Beitrag der Böhmermann-Show kurzerhand aus dem Amt beförderte und versetzte, bescherte Böhmermann kritische Zeilen. Die „FAZ“ diagnostizierte in Böhmermanns Schönebohm-Show unter anderem „konstruierte Zusammenhänge“. Schönbohm selbst fordert indes 100.000 Euro Schadensersatz vom ZDF. Über das Verfahren wird im Juli entschieden.

Anfang Februar kritisierte auch die Publizistin Alicia Joe die Satire-Show: Böhmermann spiele „Nazis in die Karten“: Durch redaktionelle Fehler und falsche Fakten, Doppelmoral und Framing. Das spalte die Gesellschaft weiter und dränge viele weiter nach rechts: Weil man sich in der Kritik öffentlicher Medien bestätigt sähe.

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