Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Meinungsfreiheit

Gesperrter Alte-Messe-Blog wieder online

Doch keine Hassrede? „messainlatino.it“ ist von Google nicht länger gesperrt. Der Fall hatte Zensurvorwürfe ausgelöst. Nun gibt sich ein Blogger kämpferisch.
Inzensierender Priester
Foto: Jozef Sedmak via www.imago-images.de | Ein Antrag bei Gericht brachte den Erfolg: Auch online dürfen die Anhänger der Alten Messe von "messainlatino.it" nun wieder ihre Duftmarken setzen.

Der traditionalistische italienische Blog „messainlatino.it“ ist wieder zugänglich. Mitte Juli hatte die Sperrung der Website, die von Anhängern der Messe im tridentinischen Ritus betrieben wird, international für Aufregung gesorgt. Der Betreiber Google hatte als Grund Verstöße gegen Richtlinien zur „Hassrede“ angegeben, allerdings nicht konkret begründet, und sich damit Zensurvorwürfe eingehandelt. In einem aktuellen Posting vom gestrigen Mittwoch informiert „Enrico“ nun die Leser über die Wiederherstellung. So habe Google wiederum ohne ausführliche Begründung eingelenkt, nachdem man einen Eilantrag bei Gericht eingereicht habe. Der gesamte Blog sei wiederhergestellt, „also auch die Teile, die angeblich Hassreden enthalten, wenn es überhaupt welche gab“.

Lesen Sie auch:

Man fühle sich im Übrigen geehrt, so viel Aufmerksamkeit erregt und zahlreiche Solidaritätsbekundungen erhalten zu haben. Man sei nun „wieder auf dem richtigen Weg“ und habe noch „viele gute Kämpfe vor uns“ – die „Welt der Tradition“ sei nach dem Motu proprio Summorum Pontificum Benedikts XVI., der die Feier der tridentinischen Liturgie weitgehend erlaubt hatte, „aus den Katakomben“ herausgekommen und werde sie nicht wieder betreten, so das Posting auch mit Seitenblick auf Traditionis Custodes, das Schreiben Franziskus’, das Benedikts Liberalisierung wieder zu guten Teilen zurückgenommen hatte.

An Google „und alle da draußen“ gerichtet, endet der Autor kämpferisch: „Sie sollten wissen, dass wir von nun an weiterhin schreiben werden, dass ‚die Sünde der Sodomiten‘ (ja, wir werden genau diesen Begriff verwenden) ‚vor dem Himmel schreit‘ und dass ‚Abtreibung ein abscheuliches Verbrechen ist, das dem Kindermord gleichkommt‘. Verbrechen, Verbrechen, Mord, und jeder, der eine Abtreibung vornimmt oder veranlasst, ist ein Mörder, ein Krimineller und ein Delinquent und verdient die erwartete automatische Exkommunikation und das Risiko, in der Hölle zu schmoren. Ist das genug Hassrede für Sie? Und wenn jemand auf die Idee kommt, uns dafür zu zensieren, sollte er wissen, dass er genau diese Worte auch im Katechismus der Katholischen Kirche von 1992 (Nr. 1867), in Gaudium et Spes des Zweiten Vatikanischen Konzils (Nr. 51) und im aktuellen Codex des Kirchenrechts (can. 1397 § 2) zensieren muss.“

Laut den Google-Richtlinien sind Inhalte verboten, „die Gewalt gegen Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund von Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Behinderung, Alter, Nationalität, Veteranenstatus, sexueller Orientierung, Geschlecht, geschlechtlicher Identität oder anderen Eigenschaften fördern oder billigen, die mit systematischer Diskriminierung oder Ausgrenzung verbunden sind, oder deren primäres Ziel darin besteht, in Bezug auf diese Eigenschaften Hass zu schüren.“ (DT/jra)

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Exkommunikation Zweites Vatikanisches Konzil

Weitere Artikel

Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser
Wie aus der Schwester des Märtyrers Jacques Hamel und der Mutter des Mörders Freundinnen wurden. Das Meeting in Rimini startet mit emotionalem Höhepunkt – und morgen kommt der Papst.
21.08.2026, 19 Uhr
Guido Horst

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig