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Falsch bis falsch kontextualisiert

Ein Deepfake erschüttert das Vertrauen: Das angebliche ICE-Video aus den USA offenbart journalistisches Kontrollversagen beim ZDF. Steckt dahinter Schlamperei oder politische Wirkung?
KI-Fake-Video ZDF
Foto: Imago/Michael Bihlmayer | Eine Mutter wird vor den Augen ihrer Kinder abgeführt. Herzzerreißend. Oder auch nicht: Das Video ist gefälscht.

Die beiden kleinen Kinder versuchen schreiend, sich an ihrer Mutter festzuklammern: Das ZDF zeigte Mitte Februar im „Heute Journal“, wie die US-amerikanische Einwanderungsbehörde ICE eine angebliche illegale Einwanderin verhaftete. „Sie führen Eltern vor den Augen ihrer Kinder ab“, kommentiert die Sprecherin monoton. An sich ungeheuerlich. Mitleid ist jedoch unbegründet, denn: Das Video ist gefälscht. Das KI-Tool „Sora“ von OpenAI generierte es. Wer sich gut auskennt, dem wäre das an den falschen Polizeiuniformen aufgefallen.

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Eine weitere Szene in der Sendung zeigt, wie ein Kind abgeführt wird. Die Szene ist echt, aber von 2022. Zu sehen ist ein Zehnjähriger, den nach einer Amokdrohung ein Polizist aus einer Schule in Florida herausbegleitet. Nicht nur der Beitrag selbst ist problematisch, sondern auch das Verhalten des ZDF danach: Von den inhaltlichen Fehlern war in seiner ersten Stellungnahme nämlich keine Rede. Erst zwei Tage später entschuldigte sich die stellvertretende Chefredakteurin Anne Gellinek: Der Beitrag habe nicht den Standards des ZDF entsprochen und hätte in dieser Form nicht gesendet werden dürfen.

Die Zuschauer korrigieren

Erstaunlich ist darüber hinaus: Der Sender tat genau das, wovor Moderatorin Dunja Hayali in der Anmoderation gewarnt hatte: „Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump gibt. Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele“, sagt sie. Statt Deepfakes zu entlarven, griff der Sender dann genau darauf zurück. Liegt hier etwa Doppelmoral vor? Hayali habe nichts von den handwerklichen Fehlern gewusst, hieß es später. Klar, das musste der Sender sagen, um sie zu schützen.

Wie glaubwürdig ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk? Momentan durchwachsen. Das ZDF steht eigentlich für einen hohen Qualitätsanspruch. Ein milliardenschwerer Sender, finanziert von 84 Millionen Deutschen, ob sie möchten oder nicht – und trotzdem macht das Publikum hier anscheinend den gründlicheren Faktencheck: Dass es sich um ein unechtes Video handelt, entdeckte nämlich ein Zuschauer auf „X“. Nicht die offiziellen redaktionellen Kontrollmechanismen.

Hetze gegen Trump

Wie es weiterging: Das ZDF stellte erst eine geänderte Ausgabe der Sendung in seine Mediathek, in der die KI-Videos mit anderen Videosequenzen und Standbildern ersetzt wurden. Kurzzeitig wurde die Sendung dann gelöscht. Inzwischen ist sie wieder abrufbar, jedoch statt des Beitrags zu den ICE-Einsätzen mit dem Hinweis: „An dieser Stelle wurde das Video aus redaktionellen Gründen gekürzt.“ Nun stellt sich die Frage: War das klares Framing Donald Trumps und seiner Regierung? Wollte der ÖRR ihn absichtlich als skrupellosen Politiker darstellen, der nicht einmal vor Kindern Halt macht?

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Bei dem Fall handele es sich um politische Propaganda, beschwerte sich das Online-Portal „Nius“. Um einen handfesten Skandal und Stimmungsmache gegen Trump, aber auch in Deutschland, nach dem Motto: Wenn die AfD gewählt würde, dann würden auch hier Kinder verhaftet. Stimmungsmache gegen Trump ist dieses Video sicherlich, ob das ZDF damit auch explizit vor der AfD warnt, ist fraglich.

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Elisabeth Hüffer Alternative für Deutschland Donald Trump Dunja Hayali

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