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Maßstab Albrecht Dürer

Der Maler Michael Triegel feiert seinen 50. Geburtstag. Im Erfurter Angermuseum sind derzeit mehr als 70 seiner Gemälde zu sehen.
Ausstellung Michael Triegel
Foto: arifoto UG (dpa) | Michael Triegel hat Michelangelo Buonarroti ein eigenes Porträt gewidmet. Raffaels Papst Julius II. findet in Triegels Benedikt XVI. seinen Widerhall.

„Stilleben mit Ente" hat Michael Triegel ein 2012 datiertes Gemälde genannt und in Klammern "für Dürer" dazugesetzt. Es ist derzeit, zusammen mit mehr als 70 Gemälden im Erfurter Angermuseum im Kontext einer umfassenden Werkschau ausgestellt. Darauf hängt eine tote Wildente an einem Bindfaden kopfunter. Ein heller Flügel berührt den Boden, während der nach oben gerichtete andere uns sein dunkelblaues Gefieder zeigt. Die Spitze des Entenschnabels liegt vor einer großen Muschel, daneben acht weitere jeweils sehr unterschiedliche Schwestern. Rechts davon bedeckt ein auch mit Bindfaden verschnürtes Päckchen zwei Kunstpostkarten. Gleichwohl gut zu erkennen sind auf der oberen zwei gezeichnete Hände. Eine davon hält einen feinen Pinsel, die andere zeigt uns ihre Innenfläche. Auf der fast vollständig verdeckten Karte rechts daneben ist ein kleiner Polyeder zu sehen. Dort hat Michael Triegel das Gemälde mit einem großen T signiert.

Für Triegel bedeutende Künstler sind die italienischen Maler der Renaissance

Worauf die Widmung "für Dürer" schon hinweist: auf beiden Postkarten hat Michael Triegel zwei Studienblätter von Albrecht Dürer kopiert. Wir alle kennen Dürers "Betende Hände". Doch nur Fachleute wissen, der Nürnberger Maler war von dem auch Vielflächner genannten Polyeder fasziniert, der auf eine lediglich von geraden Flächen begrenzte Teilmenge des dreidimensionalen Raumes verweist. Auf Dürers "Melancholia", wo die zentrale Gestalt, ein sitzender Engel, einen Zirkel hält, ist ein Polyeder zu sehen, und mit seinem Entenflügel zitiert Triegel Dürers Aquarell "Blaurackenflügel".

Bereits in diesen Details zeigt sich, woraus Triegel Themen und Motive schöpft, darüber hinaus, dass für ihn ein Künstler wie Albrecht Dürer der Maßstab ist, an dem auch er gemessen werden möchte. Andere Namen in diesem Zusammenhang sind die bedeutenden italienischen Maler der Renaissance. Michelangelo Buonarroti hat er ein eigenes Porträt gewidmet. Raffaels Papst Julius II. findet in Triegels Benedikt XVI. seinen Widerhall, und Jacopo da Pontormos "Grablegung Christi" ist von ihm kongenial mit dem Hier und Heute verbunden worden.

"Ich weiß genau, wohin meine Fahrt geht"

Doch auch an Malern des 16. Jahrhunderts nimmt Michael Triegel Maß: Agnolo Bronzinos "Bildnis eines jungen Mannes mit Laute", 1532 entstanden, spiegelt Triegel in seinem Gemälde "Selbst in Schwarz". Wo er Bronzinos Laute gegen einen Kompass austauscht, den sein "Selbst" in der Hand hält. So als wolle er zeigen: Ich weiß genau, wohin meine Fahrt geht.

Warum der Maler Michael Triegel so bedeutend für die christliche Kunst ist, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 13. Dezember 2018.

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Albrecht Dürer Jesus Christus Julius II. Michael Triegel Michelangelo (Maler)

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