Wer Michel Houellebecq in Paris bei einem seiner Konzerte erlebt hat, weiß, dass dieser Mann mit seiner Stimme einen Zauber ausübt und sich herausschält aus seinem timiden Wesen, sobald der erste Ton auf der Bühne erklingt. Seine Lyrik ist eine zutiefst physische Partitur, gedacht und gemacht für Bewegung und Klang. Wer diese Gedichte rein philologisch analysiert, verfehlt ihre Natur. Sie sind Chansons einer zivilisatorischen Agonie, die erst im Vortrag begreifbar wird. Geradezu zwingend war es daher, dass ein Dutzend der Gedichte aus Houellebecqs neuem Band „Combat toujours perdant“ – auf Deutsch nun erschienen als „Der stets verlorene Kampf“ – vom französischen Musiker Frédéric Lo vertont wurde.
Lyrik auf verlorenem Posten
Michel Houellebecqs neuer Gedichtband ist ein gnostischer Gesang gegen die Schrecken der Gegenwart. Doch die deutsche Übersetzung scheitert an der Sprachmagie des Originals.
