Was darf ich hoffen? Seit Immanuel Kant die Frage in den 1780er-Jahren stellte, hat sie nichts von ihrer Abgründigkeit verloren. Denn das Hoffen ist bei dem Königsberger Philosophen mit Bedingungen verbunden, hier ausgerichtet in dem diskret-unauffälligen Wörtchen „darf“. Erhoffen möchte ich vieles – aber habe ich zu meiner Hoffnung berechtigten Anlass? Vielleicht ist es das Glück der jungen, nein, ganz jungen Jahre eines Menschen, von den Bedingungen der Hoffnung nichts zu wissen. Arne heißt die Hauptfigur in „Willents Brut“, dem neuen Roman der Berliner Schriftstellerin Ute Cohen. Der Junge ist erst vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen, als die Leser ihn durch die Augen einer Krankenschwester sehen: ...
Wortlos, verwahrlost
Was, wenn man in hoffnungslose Umstände geboren wird? Ute Cohen schildert das Elend einer mittelfränkischen Jugend in den Sechzigerjahren.
