Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kunst

„Komplizenschaft von Schönheit und Religion“

Für den Philosophen Nicolás Gómez Dávila gründet die Schönheit der Kunst allein in Gott.
Implizites wie explizites Thema der Kunst: die Beziehung des Menschen zu Gott
Foto: imago images | Implizites wie explizites Thema der Kunst: die Beziehung des Menschen zu Gott.

Gibt es objektive Kriterien für Geschmacksurteile gegenüber der Kunst? Der kolumbianische Philosoph Nicolás Gómez Dávila steht in einer Tradition des Denkens über Kunst, die der Sensibilität und der ästhetischen Urteilskraft des Einzelnen mehr zutraut als bloße Geschmacksurteile. Der Philosoph und Übersetzer Richard Reschika hat nun in einem Buch über Davila gezeigt, wie dieser den Wert der Kunst bestimmte, nämlich als „Komplizenschaft von Schönheit und Religion“. Der Publikumserfolg eines Kunstwerks ist daher kein Kriterium für seine Qualität; Schönheit sei ein objektiver Wert, der nicht immer erkannt werde. Vielmehr sei das Kunstwerk ein „Pakt mit Gott“ nach Dávila, und „soziologische Kunstbetrachtungen haben lediglich den Nutzen, dass sie uns erlauben, etwas zu sagen, wenn wir nichts zu sagen haben.“

Lesen Sie auch:

Hintertür zur heiligen Welt

An Michelangelo, Rembrandt oder Caspar David Friedrich etwa lässt sich nach Dávila zeigen, wie sich hier jene Hintertür zur heiligen Welt öffne, denn letztlich gehe es in der Kunst um die Bestimmung der Beziehungen des Menschen zu Gott. Dávilas eigenes Kunstideal war eine Mischung aus Klassizismus und Romantik: „Romantischer Geist und klassische Form – das Werk, das sich dieser Formel am meisten nähert, besitzt in jeder Kunst die größte Verführungskraft.“ Schönheit war ihm nicht anders denkbar ohne den alles gründenden Gott. DT/ari

Richard Reschika: Epiphanien der Schönheit. Nicolás Gómez Dávilas axiologische Kunstästhetik. Arnshaugk Verlag, 311 Seiten, EUR 38,-

Lesen Sie die ausführliche Rezension in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Caspar David Friedrich Gott Rembrandt Harmensz van Rijn

Weitere Artikel

Das Fest der Verklärung des Herrn erinnert an den Moment, in dem drei Apostel die verborgene Herrlichkeit Christi schauten und verweist auf die Schönheit als Weg zu Gott.
06.08.2026, 04 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig