Porträt der Woche

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Unermüdlich schreibend und vortragend ist Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz wie ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft. Am 24. November erhält sie den Josef-Pieper-Preis.
Josef-Pieper-Preisträgerin: Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Wenn die emeritierte Professorin für Vergleichende Religionswissenschaften an der TU Dresden, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, am 24. November den Josef-Pieper-Preis für „herausragende Forschungen auf dem Gebiet des europäischen Denkens“ erhält, wird christliche Philosophie vom Feinsten gewürdigt, die Einheit von Denken, Leben und Glauben.

Unermüdlich schreibend und vortragend ist Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz wie ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft. Seit 2011 leitet die Philosophin an der „Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“ das „Europäische Institut für Philosophie und Religion“ (EUPHRat). Gerl-Falkovitz ist eine Meisterin, weise und wegweisend, großzügig und zugänglich, humorvoll und wohltuend bodenständig.

"Gerl-Falkovitz ist eine Meisterin, weise und wegweisend,
großzügig und zugänglich, humorvoll
und wohltuend bodenständig"

Mit ihrem Charisma, in glasklarer Sprache die Wirklichkeit auf Wahrheit hin transparent zu machen, ist sie Josef Pieper nahe, aber auch der von ihr so geschätzten Publizistin Ida Friederike Görres (1901–1971). Gerl-Falkovitz besitzt die seltene Gabe, gleichermaßen in philosophischen Fachkreisen wie bei einem Laienpublikum zu reüssieren. Immer spürbar aber ist der drängende Auftrag, in Zeiten der Verwirrung zu ordnen und zu orientieren. Verschüttetes zu heben, ein geistiges Erbe weiterzugeben und auf Zukunft hin zu öffnen – das ist auch das Ziel der „Kleinen Bibliothek des Abendlandes“, die Gerl-Falkovitz herausgibt.

Wie ein Leuchtfeuer im Nebel

Vielfach geht ihr Weg über Personen, die die abendländische Geistigkeit geprägt haben. So leitete Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz die Herausgabe der 24-bändigen Werkausgabe von Edith Stein und hebt unermüdlich die Schätze des großen Theologen und Philosophen Romano Guardini; erst jüngst gab sie mit „Geheimnis des Lebendigen“ (Be&Be Verlag, Heiligenkreuz 2019) eine Summa Guardinis heraus. Verdichtungs- und Wirkungsorte, die sie mit Guardini verbinden, sind das alte „Pfarrhaus von Mooshausen“ (http://mooshausen.de), ebenso wie die Burg Rothenfels, wo Gerl-Falkovitz jahrelang als Studienleiterin wirkte.

Wenn es Not tut, spricht die Philosophin auch ein scharfes Wort, steht auf „Wider das Geistlose im Zeitgeist“ – wie einer ihrer Titel heißt. Zu den brennenden Themen unserer Tage bekommt man kaum Besseres als ihre Wortmeldungen (so etwa in „Die Tagespost“ vom 22. Mai 2019 unter dem Titel „Maria 3.0“), geformt aus Gebet und einem großen Geist.

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa.

Video eines Vortrags von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz 

 

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