Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Feuilleton

Gottes Schöpfung bewahren

Die Schönheit der Schöpfung ist einer dieser großen Werte, wie Papst Franziskus zu Recht bemerkt, und muss bewahrt werden. Aber ist der Klimawandel allein vom Menschen verursacht? Skepsis ist eine sehr wissenschaftliche Haltung.
Klimawandel und Katholizismus
Foto: Ulf Mauder (dpa) | Ist es wirklich die Aufgabe eines Wissenschaftlers, die Politiker zum Handeln zu ermuntern, auch wenn es Zweifel über das Ausmaß der Klimaschäden gibt?

Im vergangenen Jahr hat die Katholische Akademie in Bayern Ottmar Edenhofer, dem Chefökonom des berühmten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, den Romano-Guardini-Preis verliehen. Drei Jahre zuvor erschien die Enzyklika „Laudato si'“. Die Enzyklika von Papst Franziskus und der Festvortrag von Ottmar Edenhofer erhellen sich gegenseitig.

Der Festvortrag des Jesuiten Edenhofer ist eine lange Fußnote zu "Laudato si"

Mit einem gewissen Stolz stellt der Ökonom und Klimaforscher fest, dass der Einfluss seines Buches „Global, aber gerecht“ auf die Enzyklika „kaum überschätzt werden“ könne. Umgekehrt liest sich der Festvortrag des Jesuiten Edenhofer wie eine lange Fußnote zu „Laudato si'“. Wie dem Papst geht es ihm um den „menschengemachten Klimawandel“.

Weil in diesem Zusammenhang immer gleich von der Kontrastfigur des uneinsichtigen „Klimaskeptikers“ die Rede ist, sollte man daran erinnern, dass Skepsis eine zutiefst wissenschaftliche Haltung ist, und die „Klimaskeptiker“ in der Regel nicht den Klimawandel leugnen, sondern die alleinige Verantwortung des Menschen.

Man sollte nicht Geige spielen, wenn Rom brennt

Überdies bezweifeln sie den Sinn der Weltuntergangsszenarien, die die öffentliche Diskussion über den Klimawandel beherrschen. Und: Ist es wirklich die Aufgabe eines Wissenschaftlers, die Politiker zum Handeln zu ermuntern, „auch wenn es Zweifel über das Ausmaß der Klimaschäden gibt“? Man sollte nicht Geige spielen, wenn Rom brennt.

DT

Warum Norbert Bolz vor Hybris in Kirche und Wissenschaft warnt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 17. Januar 2019.

Themen & Autoren
Katholische Akademie in Bayern Laudato si Papst Franziskus

Weitere Artikel

Franziskanische Impulse und der Ruf zur ökologischen Umkehr aus der Enzyklika „Laudato si“ – Teil 7.
06.09.2026, 15 Uhr
Giuseppe Franco
Zwischen Augustinus und den Päpsten Franziskus und Leo XIV. könnte sich ein neuer Weg der Auslegung andeuten. 
01.09.2026, 07 Uhr
Sebastian Wolter
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. hat für viel Aufsehen und große Begeisterung gesorgt. Eine Analyse mit Abstand.
06.08.2026, 21 Uhr
Sascha Vetterle

Kirche

Grün schlug 1992 vor, einen beschuldigten Priester im Dienst zu lassen. An den Fall erinnerte er sich am Freitag nicht, nach Angaben von Münsterschwarzach jetzt offenbar doch.
09.09.2026, 12 Uhr
Meldung
Es soll eine „Botschaft des Friedens“ werden: Papst Leos Besuch in Metz, dem „Herz Europas“, steht im Zeichen Robert Schumans. Dazu äußerte sich auch Kardinal Hollerich.
08.09.2026, 17 Uhr
Elisabeth Hüffer
Die Bauerstochter diente im Zweiten Weltkrieg als Ordensschwester kranken Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Ein spektakuläres Heilungswunder ermöglichte die Seligsprechung.
09.09.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Mariä Geburt: Die Kirche feiert den Geburtstag einer Frau, die Weltgeschichte schrieb. Doch warum wird sie als Morgenröte besungen?
08.09.2026, 14 Uhr
Dorothea Schmidt