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Frankreichs Ex-Bildungsminister: Denken der 68er hat Päderastie gefördert

Man hat vergessen, wie sehr das „Denken der 68er“ und die kommunistische Ideologie die Päderastie gefördert hat, erklärt der ehemalige französische Bildungsminister Luc Ferry in einem Beitrag für den Figaro.
Pädophilie-Debatte
Foto: Oliver Berg (dpa) | Gemälde "Therese, träumend" des Malers Balthus (Balthasar Klossowski) aus dem Jahr 1938.

Der Philosoph Luc Ferry, von 2002 bis 2004 Bildungsminister im bürgerlichen Kabinett Raffarin, benennt in der französischen Tageszeitung "Le Figaro" die Verantwortung der 68er-Bewegung für deren positive Sicht der Pädophilie. Er verstehe zwar, dass die ehemaligen Anhänger heute versuchten, „den Mai 68 von inzestuösen und pädophilen Auswüchsen reinzuwaschen“, die dieser Tage offenbar geworden sind. Doch die historische Wahrheit verpflichte zu sagen, dass „sich die Pädophilie das höchste Ansehen, das sie seit Platon verloren hatte, im Rahmen dieses vergnügten Monats Mai und mit dem Segen der repräsentativsten philosophischen Autoritäten des kulturellen Linksextremismus der Epoche erworben hatte“.

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68er haben Päderastie generell befürwortet

Als Mitte der Siebzigerjahre in den Tageszeitungen „Libération“ und „Le Monde“ von Intellektuellen wie Foucault, Sartre, Beauvoir, Deleuze oder Barthes unterzeichnete Petitionen veröffentlicht wurden, die die Päderastie lobten, wäre eine Weigerung dem zuzustimmen gleichbedeutend damit gewesen, „das Risiko in Kauf zu nehmen, sich aus dem Club der ‚wahren Intellektuellen‘ auszuschließen“, das heißt aus dem Club der Linksintellektuellen, „der Castro-Anhänger, der Maoisten, der Trotzkisten oder zumindest der Kommunisten“. Man habe vergessen, so Ferry weiter, „dass das 68-Denken die Päderastie generell befürwortete“, und dass es den „Wahnvorstellungen“ von René Schérer und Guy Hocquenghem zustimmte, die 1976 gemeinsam „Co-ire“ veröffentlichten – ein Werk, „das mit einer Fülle von Fotos nackter Kinder ausgeschmückt war und den ‚Kindesentzug‘ pries: Da das Kind nicht das Privateigentum der Eltern sei (kleiner Verweis auf Marx), habe jeder Erwachsene das Recht oder sogar die Pflicht, so plädierten sie, es der Familie wegzunehmen, um diese Sexualität zu erwecken, die von der Bourgeoisie vertuscht werde“.

Schérer, der einer der Gründer der Universität von Vincennes war und „natürlich von Deleuze, Foucault und Konsorten unterstützt wurde“, erläuterte, „wie die geltende bürgerliche Erziehung in unseren schulischen Einrichtungen ‚in der Perversität‘ versank, die darin bestehe, der Päderastie keinerlei Raum zu geben“. Schérer schrieb: „Es ist unsere Überzeugung, dass die pädagogische Beziehung im Wesentlichen pervers ist – aber nicht, weil sie mit päderastischen Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern einhergeht, sondern gerade deshalb, weil sie jene leugnet und ausschließt“. Man habe richtig gelesen, kommentiert Ferry diesen Satz: „Die Perversion besteht darin, dass die Päderastie in der schulischen wie familiären Erziehung ausgeschlossen wird!“

Es war riskanter, Pädophilie zu kritisieren als zu verherrlichen

Heute finden wir es seltsam, so Ferry weiter, dass es im Intellektuellenmilieu während dieser Epoche lange Zeit riskanter gewesen war, „die Pädophilie zu kritisieren als sie zu verherrlichen“. Diese renommierten 68er-Professoren hatten sich „der Thesen von Freud über die kindliche Sexualität bemächtigt, um aus ihnen die absurde Schlussfolgerung zu ziehen, dass es die Aufgabe der Erwachsenen sei, sie zu erwecken“.

Heute geben die letzten Unterzeichner dieser Petitionen zu, dass dies damals „eine Dummheit“ war, wie etwa Jack Lang, der ehemalige französische Kultus- und Bildungsminister, angesichts der Affäre Duhamel kürzlich einräumte. Als Luc Ferry gemeinsam mit Alain Renaut 1985 das Buch „La Pensée 68“ publizierte, seien diese Unterzeichner oder die Personen aus ihrem Umfeld jedoch „die ersten gewesen, die uns beschimpften. Im Verlauf eines Jahres konnte ich keinen Vortrag in der Öffentlichkeit halten, noch nicht einmal an der Hochschule in der Pariser Rue d’Ulm – an der ich eine Forschungsstelle über den deutschen Idealismus leitete –, weil Schüler von Foucault uns erwarteten, aber nicht mit Entschuldigungen, sondern mit Baseballschlägern!“

Blaise Pascal versicherte, dass es selbst bei den falschesten Meinungen noch ein Körnchen Wahrheit gebe, schreibt Ferry. So sei vom Vermächtnis des Mai 1968 nicht alles abzulehnen. Ferry jedenfalls bewundere Leute wie Camille Kouchner, „die heute den Mut haben, das Schweigen genau an der Stelle zu brechen, wo es sein musste“.  DT/ks

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