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Trick-David aus Südafrika

Der Animationsfilm erzählt auf faszinierende Weise das Leben des biblischen Königs – für die ganze Familie.
So sieht der kleine Bibelkönig im Animationsfilm aus: Davids Leben war am Anfang das eines Hirten.
Foto: Verleih | So sieht der kleine Bibelkönig im Animationsfilm aus: Davids Leben war am Anfang das eines Hirten.

Wer kennt nicht die ikonische und legendäre Geschichte von David und Goliath oder hat zumindest schon einmal von ihr gehört? Sie wird immer wieder gern herangezogen, wenn es um ein ungleiches Kräfteverhältnis zwischen zwei Parteien geht, und hat als Redewendung Einzug in unseren Sprachgebrauch gehalten. Doch wer kennt die Geschichte des Hirtenjungen David abseits des so ungleichen und doch siegreichen Zweikampfs mit Goliath? Mit „David“, einem neuen biblischen Animationsfilm der südafrikanischen Sunrise Animation Studios sowie der US-amerikanischen Angel Studios, die sich durch „The Chosen“ bestens mit der Verfilmung biblischer Stoffe auskennen, läuft nun ein außergewöhnlicher Familienfilm in unseren Kinos, der die Figur des späteren Königs David einem breiten Publikum näherbringen möchte.

Dabei bezieht sich der Film weitgehend auf die David-Geschichte, wie sie uns im 1. und 2. Buch Samuel überliefert ist. Er begleitet David von seinen ersten mutigen Abenteuern als junger Hirte über seine Entwicklung zum begnadeten Sänger, Musiker und Poeten bis hin zum mutigen Kämpfer, der zunächst einen Löwen und später den Riesen Goliath besiegt, der Verfolgung durch König Saul standhält und schließlich als von Gott Gesalbter selbst zum nächsten König Israels gekrönt wird. Doch zu Beginn ist David noch der junge, ideale Hirte mit viel Sinn für Humor und einem großen Herzen, ein Junge, dessen Leben eines Tages eine unerwartete Wendung nimmt: Der Prophet Samuel eröffnet ihm und seiner Familie, dass er eines Tages König werden soll, da Gott ihn dazu erwählt hat. David nimmt diese Bestimmung nur zögernd an und hält sie vorerst geheim. Kurz darauf gelangt er jedoch an den Königshof, wo er es versteht, mit seinem Gesang den von großer innerer Unruhe geplagten König Saul zu beruhigen.

Vom Hirtenjungen zum Helden

Als die Philister die Israeliten angreifen und der Riese Goliath das Volk herausfordert, wagt David das scheinbar Unmögliche. Mit viel Mut, einem starken Glauben und durch den Einsatz seiner Steinschleuder besiegt er schließlich den übermächtigen Gegner und wird zum gefeierten Helden. Doch Davids wachsender Einfluss im Volk weckt Sauls Misstrauen und Eifersucht. Als der König erkennt, dass es David ist, der von Gott zu seinem Nachfolger bestimmt wurde, sieht er in ihm eine Bedrohung seiner Krone und versucht daraufhin, ihn durch eine Intrige zu töten. David muss vor dem Zorn Sauls fliehen. Obwohl er später die Gelegenheit erhält, Saul zu töten, verschont er ihn aus Respekt vor seiner königlichen Würde. 

Als die Philister erneut angreifen, gerät David zwischen die Fronten. Gleichzeitig werden die Familien seiner Gefährten von dem plündernden Nomadenvolk der Amalekiter entführt, und David muss eine schwere Entscheidung treffen, um sein Volk zu retten. Von starken Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt, findet David schließlich durch Gottes Hilfe zu neuer Entschlossenheit. Sein Mut überträgt sich dabei auf seine Gefährten, und sie besiegen gemeinsam die Amalekiter und befreien alle Gefangenen. Am Ende übernimmt David die ihm verheißene Führungsposition und wird unter dem Jubel seines Volkes zum rechtmäßigen König Israels gekrönt. Aus dem unbekannten Hirten wurde ein großer Held und aus dem Helden ein Herrscher nach dem Herzen Gottes. An dieser Stelle endet der familienfreundliche Film und blendet das restliche, nicht immer so heroische und edle Leben König Davids aus.

„David“ erzählt als Animationsfilm eine mitreißende und vielen bibelfesten Menschen vertraute Geschichte und muss sich dabei dank seiner hervorragenden Animationsarbeit keineswegs hinter den Animationsstudios von Disney und Pixar verstecken. David kann auch den Kampf mit diesen Unterhaltungsriesen locker aufnehmen.

Bibelgeschichte als Musical-Erlebnis

Den beiden Regisseuren Phil Cunningham und Brent Dawes war es nach eigener Aussage wichtig, eine authentische Version der beliebten Erzählung aus dem Alten Testament zu präsentieren. Dafür reisten die Macher mehrmals ins Heilige Land, um sich dort auf Davids Spuren zu begeben und von der Landschaft Israels inspirieren zu lassen. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen und überzeugt durch wunderschöne und detaillierte Animationen sowohl der handelnden Figuren als auch der Landschaften, Gebäude und religiösen Riten. Zudem machen mehrere mitreißende Lieder, die auch in der deutschen Synchronisation sehr gut klingen, „David“ zu einem unerwartet emotionalen Musical-Erlebnis, das Alt und Jung neu für biblische Geschichten begeistern kann.

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Dabei hat der Film eine eindeutige religiöse Botschaft: Wer an Gott glaubt, kann alles schaffen! Das kommt glaubwürdig und gleichzeitig unterhaltsam rüber. Gut ist auch, dass zahlreiche witzige Einlagen, etwa durch Davids kleine und vorlaute Schwester Zeruiah oder einige niedliche Tiere, den teilweise auch düster und nicht durchgehend kindgerecht erscheinenden Familienfilm regelmäßig auflockern. Der Film ist zwar für ein Publikum ab sechs Jahren freigegeben, aber das Aussehen der bösen Philister und der gruseligen Amalekiter wird garantiert so manchem jüngeren Zuschauer unter zwölf Jahren einen gehörigen Schrecken einjagen.

In den USA lief der Film bereits im Dezember 2025 in den Kinos und war dort mit einem Einspielergebnis von 87,5 Millionen US-Dollar ein riesiger Erfolg für einen kleinen religiösen Film – was ironischerweise irgendwie auch zu Davids Geschichte passt.

„David“, Südafrika/USA 2025, 109 Minuten, Regie: Phil Cunningham und Brent Dawes, ab dem 17. September im Kino.


Der Autor ist Priester im Erzbistum Köln und Filmkritiker.

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