Lateinisches Patriarchat fordert Entfernung gekreuzigter McDonald's-Figur

Das Lateinische Patriarchat Jerusalems kritisiert die umstrittene gekreuzigte Darstellung des Maskottchens des amerikanischen Fastfood-Unternehmens „McDonald's“ als „unverantwortlich und provokant“.
Kritik an gekreuzigtem McDonald's-Maskottchen
Foto: Peter Kneffel (dpa) | Der Respekt vor religiösen Symbolen, seien sie jüdisch, christlich oder muslimisch, müsse in jeden Fall gewahrt werden, kritisiert das Lateinische Patriarchat die Skulptur des gekreuzigten McDonald's-Maskottchen.

Das Lateinische Patriarchat Jerusalems hat sich in der Debatte um die umstrittene gekreuzigte Darstellung des Maskottchens des amerikanischen Fastfood-Unternehmens „McDonald's“ zu Wort gemeldet und diese deutlich kritisiert. In einer gemeinsamen Erklärung mit den Kirchenoberhäuptern Jerusalems, bezeichnet das Patriarchat die Skulptur, die im „Haifa Museum of Art“ ausgestellt wird, als „unverantwortlich und provokant“.

Lateines Patriarchat: Skulptur soll unverzüglich entfernt werden

Das Patriarchat fordert die Stadt Haifa und die Museumsleitung daher auf, die Skulptur unverzüglich zu entfernen. Zudem verlangen die Kirchenvertreter in ihrer Erklärung, die auf der Homepage des Patriarchats veröffentlicht wurde, eine „förmliche Entschuldigung“ von Seiten der Stadtverwaltung oder derjenigen, die für die Ausstellung verantwortlich sind.

Das Werk des finnischen Künstlers Jani Leinonen ist Teil einer Ausstellung, die eigentlich die Konsum-Orientiertheit innerhalb der israelischen Gesellschaft kritisch behandelt. Nach Ansicht des Lateinischen Patriarchats beleidige die Werkschau mit dem Titel „Sacred Goods“ jedoch die heiligsten Figuren und Symbole des christlichen Glaubens.

Respekt vor religiösen Symbolen muss gewahrt werden

Der Respekt vor religiösen Symbolen, seien sie jüdisch, christlich oder muslimisch, müsse in jeden Fall gewahrt werden. „Wir sind uns bewusst, dass in Israel das das Recht auf Meinungs- und Ausdrucksfreiheit gilt. Allerdings sollte der Charakter des Heiligen Landes sowie die Heiligkeit der drei abrahamitischen Religionen stets respektiert und geehrt werden.“ Beleidigungen wie diese würden den drei Religionen nicht dabei helfen, ihren Auftrag zu erfüllen: Toleranz und ein freundschaftliches Miteinander der Menschen im Heiligen Land und darüber hinaus zu fördern.

Am Wochenende war es aufgrund der Darstellung zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der Polizei und einigen Demonstranten gekommen. Dabei wurden drei Polizisten verletzt.

DT/mlu

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