Chicago/Los Angeles

Kalifornische Schüler sollen zu Azteken-Göttern beten

Das Bildungsministerium im US-Bundesstaat Kalifornien will, dass Schüler zu aztekischen Göttern singen. Eine Menschenrechtsorganisation und Eltern haben nun Klage eingereicht.
Azteken-Gebet in kalifornischen Schulen
Foto: Christoph Schmidt (dpa) | Die Klage richtet sich gegen den vom Bildungsministerium kürzlich verabschiedeten „Lehrplan für ethnische Studien“, der von den Schülern verlangt, dass sie „zu den aztekischen Göttern singen“.

Die „Thomas More Society“, eine in Chicago ansässige, USA-weit agierende gemeinnützige Anwaltskanzlei, die sich für das Leben, die Familienrechte und die Religionsfreiheit einsetzt, hat beim Obersten Gericht des westlichen US-Bundesstaates „California Superior Court“ gegen das kalifornische Bildungsministerium Klage eingereicht. Die Klage richtet sich gegen den vom Bildungsministerium kürzlich verabschiedeten „Lehrplan für ethnische Studien“, der von den Schülern verlangt, dass sie „zu den aztekischen Göttern singen“.

Anrufung von fünf aztekischen Gottheiten

Die im Namen der „Californians for Equal Rights Foundation“ sowie einzelner Schuleltern eingereichte Klage erfolgte, nachdem ein Schreiben der Kanzlei an die Schulbehörde Kaliforniens vom 26. August mit der Aufforderung, das „Aztekengebet“ aus dem Lehrplan zu streichen, unbeantwortet blieb. In dem im Internet veröffentlichten Anwaltsschreiben heißt es, der Lehrplan enthalte einen Abschnitt „Affirmation, Chants, and Energizers“, zu dem die Anrufung von fünf aztekischen Gottheiten sowie eine „Ashe Affirmation“ gehöre, eine viermalige Anrufung der göttlichen Kräfte der Yoruba-Religion mit der Bitte um Unterstützung für den Schultag. Dies stehe im Gegensatz sowohl zur kalifornischen als auch zur US-amerikanischen Verfassung, die es öffentlichen Schulen verbieten, Gebete zu unterstützen oder zu fördern.

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Dazu erklärt Frank Xu, Präsident der „Californians for Equal Rights Foundation“: „Die eindeutige Förderung von fünf aztekischen Göttern oder Gottheiten im Lehrplan durch wiederholte Gesänge und die Bekräftigung ihrer symbolischen Prinzipien stellt eine unrechtmäßige staatliche Bevorzugung einer bestimmten religiösen Praxis dar. Die öffentliche Befürwortung der aztekischen Religion untergräbt das Recht auf gleiche Bildung und verherrlicht in unverantwortlicher Weise anthropomorphe, männliche Gottheiten, deren religiöse Rituale grausame Menschenopfer und die Zerstückelung von Menschen beinhalten.“ Yoruba sei „ein uraltes philosophisches System, die als Wurzel vieler heidnischer Religionen, darunter Santeria und haitianischer Vodou oder Voodoo“ gilt.

Christen europäischer Abstammung als "Quelle des Bösen"?

Zum Hintergrund des neuen Lehrplanes führt die zur „Evangelical Press Association“ gehörende „The Christian Post“ aus: In dem größtenteils von R. Tolteka Cuauhtin entwickelten Lehrplan würden Christen europäischer Abstammung als Quelle des Bösen betrachtet, dem es zu widerstehen und das es zu besiegen gilt. Eine Tabelle bezeichne weiße Christen als des „Theozids“ gegen indigene Stämme schuldig, weil sie „deren Gottheiten töten und durch den christlichen Glauben ersetzen“. „The Christian Post“ zitiert den investigativen Journalisten Christopher Rufo: Cuauhtins Ziel sei es, einen „Gegengenozid“ gegen die Weißen herbeizuführen. Christian Post-Chefredakteur Richard Land schrieb dazu: „Das alles ist so umfassend böse und zerstörerisch, dass man kaum weiß, wo man mit der Kritik an diesem gefährlichen, spalterischen, rückschrittlichen kulturellen Vandalismus beginnen soll. Der Gedanke, dass ein von Steuern finanziertes öffentliches Schulsystem dazu benutzt werden könnte, dieses bösartige kulturelle und geistige Gift in das Bewusstsein unserer jungen Menschen einzupflanzen, ist sowohl äußerst beleidigend als auch möglicherweise illegal.“ DT/jg

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