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Kalifornien will geschlechtsneutrales Spielzeug in Kaufhäusern

Laut einem kalifornischen Gesetzentwurf sollen große Kaufhäuser verpflichtet werden, Regale mit „geschlechtsneutralem“ Spielzeug aufzustellen. Der Essayist Paul Melun ist beunruhigt - frühere Strukturen hätten dem Leben in der Gesellschaft Richtung und Orientierung gegeben.
Jahrespressekonferenz der Spielwarenbranche
Foto: Daniel Karmann (dpa) | :„Wer hätte wohl etwas dagegen, wenn ein kleines Mädchen lieber mit einem Experimentierkasten als mit einem Puppenherd spielt oder wenn ein kleiner Junge lieber eine Puppe umsorgt, als mit Spielzeugsoldaten Krieg zu ...

Der Essayist Paul Melun zeigt sich in der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ besorgt über die Ankündigung eines neuen kalifornischen Gesetzes. Der Senat von Kalifornien hat einen Gesetzentwurf angenommen, der darauf abzielt, die großen Kaufhäuser zu verpflichten, Regale mit ausschließlich „geschlechtsneutralem“ Spielzeug aufzustellen, das heißt „ohne ausdrücklichen Bezug zu Jungen oder Mädchen (ohne jedoch Abteilungen zu verbieten, die den Mädchen oder den Jungen gewidmet sind)“, wie Melun schreibt. Noch muss der Entwurf die California State Assembly, das Unterhaus des US-Bundesstaates, passieren. Das Gesetz ist - nach Auffassung von Melun – „ein erneuter Sieg der Ayatollahs der Gendertheorien“. 

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Aufgaben von Mann und Frau unterschiedlich verteilt

Er erinnert daran, dass das antike Rom „zu jeder Wintersonnenwende seinen Gott Saturn feierte“. Dabei wurden den kleinen Römern - je nach Geschlecht – ganz bestimmte Geschenke gemacht: „Die Jungen spielten mit Pfeil und Bogen oder veranstalteten Wagenrennen, während die Mädchen mit Puppen spielten. Dieser Zeitvertreib sollte die Kinder auf ihre Rolle als Erwachsener vorbereiten“. Auch wenn das antike polytheistische Rom „in vielerlei Hinsicht liberal war (Homosexualität, Ehebruch, Prostitution…), so waren die Aufgaben von Mann und Frau doch ganz unterschiedlich verteilt. Seit der frühesten Kindheit wurden die Jungen auf den Krieg und die Mädchen auf das Gebet und den Haushalt vorbereitet“, ruft Melun in Erinnerung. Damit habe die antike Gesellschaft den Menschen bestimmte „Aufgaben, einen Platz in der Welt sowie Orientierungspunkte zugewiesen“.

Obwohl diese alte Ordnung trotz der politischen oder religiösen Umwälzungen fortbestanden habe, „wohnen wir heute doch einem fundamentalen Paradigmenwechsel bei. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass das weibliche und das männliche Geschlecht verworfen werden. Binnen eines halben Jahrhunderts haben sich die Forscher und Jünger der Dekonstruktion dafür eingesetzt, die Geschlechter unter dem Vorwand auszulöschen, sie seien überholt und diskriminierend“. Für diese Aktivisten habe „die Bekehrung von Kindern zu dieser neuen Weltordnung Priorität“, kommentiert Melun.

Natürlich sei es lobenswert, wenn Kinder Zugang zu allem möglichen Spielzeug hätten – unabhängig von ihrem Geschlecht: „Wer hätte wohl etwas dagegen, wenn ein kleines Mädchen lieber mit einem Experimentierkasten als mit einem Puppenherd spielt oder wenn ein kleiner Junge lieber eine Puppe umsorgt, als mit Spielzeugsoldaten Krieg zu spielen? Wohl niemand“. Dennoch hätten die früheren Ordnungen, so Melun weiter, zumindest den Vorteil gehabt, dem Leben in der Gesellschaft Strukturen und den Menschen Orientierung zu geben: „Sie beschränkten den Individualismus, indem sie die Familie bevorzugten und ermutigten zur Landesverteidigung, indem sie virile Heldensymbole hervorbrachten“.

Theorien von Minderheiten finden immer mehr Verbreitung

Doch heute verbreiteten sich nach und nach die Theorien von Minderheiten. Die „Ayatollahs der Dekonstruktion“, wie Melun sie nennt, „treten für eine grenzenlose Freiheit in Bezug auf das Geschlecht ein. Damit ignorieren sie, dass das Fehlen von Normen und Werten das Kind daran hindert, sich zu entwickeln. Indem man den künftigen Erwachsenen eine unbegrenzte Wahlmöglichkeit anbietet, überlässt man sie sich selbst. Auf Dauer werden diese Theorien zu Bürgern führen, die sich in der Illusion der totalen Freiheit verlieren und sehr viel fragiler als ihre Vorfahren sein werden“.

Die Gender-Aktivisten spielten „mit der Zukunft der Kinder und verunsichern sie“, warnt Melun. Wenn sich Frankreich vor diesen „militanten Theorien“ nicht hüte, „wird es unter der Herrschaft der Dekonstruktion zum Opfer der Übel des Westens werden: austauschbare Menschen, die einsam und zerbrechlich und weder männlich noch weiblich sind. Wenn diese beiden Lesarten der Welt ausgelöscht sind, wird nur noch ein post-menschliches, neutrales Wesen ohne Konturen übrigbleiben“.  DT/ks

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