Wie ein Papst aussieht, das weiß jedes Kind, und zwar weltweit. Leo XIV. ist eine der wenigen Persönlichkeiten, die gefühlt fast jeder Mensch auf der Erde kennt. Das galt auch schon für seine Vorgänger. Umso mehr ist vor allem für die Beobachter aus den Medien die Suche nach den Spuren von Individualität spannend. Ist das Amt das Dominante oder scheint bei den persönlichen Auftritten auch der Mensch Leo durch? So ein Guckloch in die persönlichen Vorlieben des Papstes, seine Vorlieben, seinen Lebensstil, ist sein Kleiderschrank. Mit dem, was er trägt, trägt er auch etwas von sich nach außen.
Die Lifestyle-Presse hat das schneller begriffen als die erfahrenen Vatikan-Journalisten: Jetzt steht der Papst schon wieder in einem Ranking der Mode-Ikonen. „Vanity Fair“ lobt, wie er die weiße Soutane mit Basecap oder Nike-Sneakern kombiniere und schwärmt von innovativer Unkonventionalität. Schon vor ein paar Monaten hatte es Leo auch in eine Liste der „Vogue“ gebracht. Dort hoben die Stil-Experten hervor, dass er – wieder anders als sein Vorgänger – zu klassischen liturgischen Gewändern zurückgekehrt sei.
Beide Urteile muss man zusammennehmen: Gerade die Besinnung auf das Klassische ermöglicht überhaupt nur die unkonventionelle Abweichung. Je klassischer die Gesamterscheinung, umso mehr fallen kleine persönliche Akzente auf. Das erhöht auch den Wiedererkennungswert: Der Papst sieht eben immer noch wie der Papst aus. Davon könnte sich auch mancher Priester in unseren Landen etwas abschneiden: Statt des Priesterkragens ist hier schon lange der Schlabberpulli zum Standard geworden. Das Nicht-Klassische gilt hier als Konvention. Eine vertane Chance. Lernt von Leo.
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