Washington

Betroffene Eltern zweifeln am „Trans-Narrativ“ für Kinder und Jugendliche

Auf einer neuen Online-Plattform melden sich betroffene Eltern zu Wort und berichten über unbequeme Wahrheiten im Hinblick auf eine vermutete „Trans-Identität“ ihrer Kinder, wie Mercatornet berichtet.
Transgender-Jugendliche
Foto: Oleg Ponomarev (World Press Photo) | Ignat, ein Transgender-Mann, sitzt mit seiner Freundin Maria in Sankt Petersburg.

Am 11. Oktober haben die USA den „National Coming Out Day“ begangen. Aus diesem Anlass veröffentlichte Präsident Joe Biden eine Stellungnahme, in der er allen LGBT-Personen seine Unterstützung zusagte: „Ich möchte jeden Angehörigen der LGBTQ+-Community wissen lassen, dass Ihr geliebt und akzeptiert werdet, wie Ihr seid.“ Diese Worte des Präsidenten in Bezug auf Akzeptanz und Bestätigung werden von immer mehr staatlichen und bundesstaatlichen Regierungen, Unternehmen und medizinischen Organisationen geteilt, wie Herausgeber Michael Cook auf der Webseite des christlichen Magazins Mercatornet bemerkt. Es sei „häretisch“ geworden, darauf hinzuweisen, wie junge Menschen durch eine „Transition“, eine „Geschlechtsumwandlung“, geschädigt werden können.

Das Ziel: Kinder schützen

Daher sei es „erfrischend“, „abweichende Stimmen von Müttern und Vätern auf der ganzen Welt zu lesen, die glauben, dass ihre Kinder in ihrer Teenagerzeit keine Transgender-Identität annehmen sollten“. Viele dieser Stimmen seien, so berichtet Cook weiter, auf einem Blog des neuen Substack-Online-Portals veröffentlicht worden. Die Gruppe, die diesen Blog betreibt, nennt sich PITT (Parents with Inconvenient Truths about Trans, auf Deutsch: etwa Eltern mit unbequemen Wahrheiten über Trans).

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Mercatornet sprach mit einer der PITT-Organisatoren, mit Josie Armstrong, über ihr „Coming Out“ als Ketzer. „Josie“ sei das Pseudonym einer Mutter von der Westküste, die besorgt über die Orientierung ihres Sohnes ist. Jeder, der zu dem Blog Beiträge beisteuert, benutze ein Pseudonym, denn „Öffentlichkeit könnte ihren Jobs schaden und ihrem Verhältnis zu ihren Kindern oder sogar ihrer Ehe“. Die meisten von ihnen seien amerikanische Mütter, doch auf der Webseite erschienen zunehmend mehr Erfahrungsberichte aus anderen Ländern – darunter aus dem Vereinigten Königreich, Irland, Kanada, Australien und Frankreich. Ein anderer Organisator bemerkt dazu: „Wir gehören allen Glaubensrichtungen und politischen Einstellungen an, doch diese Dinge kommen nicht zur Sprache und spielen keine Rolle, da wir nur ein Ziel haben: Kinder zu schützen“.

Jeder von ihnen sei schon als „transphob“ bezeichnet worden, beichtet Josie Armstrong, doch dies sei „eine lächerliche Bezeichnung, die verwendet wird, um uns zum Schweigen zu bringen, damit wir keine legitimen Fragen über Handlungen und Überzeugungen stellen, die die Gesundheit und Sicherheit unserer Kinder unmittelbar bedrohen“. Das Recht von Erwachsenen, ihren Körper zu verändern, stelle ihre Gruppe nicht in Frage, betont sie. Doch man habe Angst, dass die eigenen Kinder „ihrem Körper und ihrer Seele einen nicht mehr rückgängig zu machenden Schaden antun – auf der Basis eines selbstzerstörerischen Glaubenssystems, das von ganzem Herzen von unseren Kulturen und Gesellschaften auf eine kultähnliche unhinterfragte Weise übernommen wurde“. Dies sei, so Armstrong weiter, „grauenhaft. Und es ist nicht transphob, darüber erschrocken zu sein“.

Zeugnis von betroffenen Eltern notwendig

Cook merkt an, dass „skeptische Stimmen anfangen, sich gegenüber dem ‚zustimmenden‘ Geschwätz in den Medien durchzusetzen“. Was die Leute daher bräuchten, sei – so Josie Armstrong – „das Zeugnis von Eltern, die sich mit genderdysphorischen Kindern auseinandersetzen“. Das „Narrativ in den Mainstream-Medien lautet, dass es rechtsstehende religiöse Fanatiker sind, die auf grausame Art versuchen, ihre Kinder vom Glücklichsein abzuhalten, und dass Eltern, die ihre Kinder nicht bestätigen, verantwortlich für deren etwaigen Suizid sind“. Noch immer setzten „Mainstreammedien“ regelmäßig die „terroristische Drohung“ des „wollen Sie lieber einen toten Sohn oder eine lebende Tochter?" ein.

Doch wenn Familie und Freunde die Wahrheit entdeckten, seien sie erstaunt, so Armstrong weiter: „Sie haben nie darüber nachgedacht, was trans wirklich bedeutet, außer nur zu meinen, es sei wichtig, ‚nett zu sein‘. Wenn sie unsere Seite hören, sind sie entsetzt; ihre Augen werden geöffnet und sie sind schockiert darüber, dass wir das durchmachen“.  DT/ks

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