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Der Professor der "Weißen Rose"

Heute vor 75 Jahren wurde Kurt Huber hingerichtet. Josef Bordat erinnert in der Tagespost an den Hochschullehrer, der "die Wiederherstellung der Legalität" forderte.
Kurt Huber
Foto: o.Ang. | Kurt Huber, am 13. Juli 1943 hingerichtet, weil er "die Wiederherstellung der Legalität" forderte. Foto: Bundesarchiv, Bild 146II-744 / Wikimedia (CC-BY-SA 3.0 - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)

Kurt Huber war ein deutscher Philosoph, Psychologe und Musikologe. Bekannt wurde er als intellektueller Widerstandskämpfer und Mitglied der „Weißen Rose“. Schon früh engagiert er sich gegen das NS-Regime, was seine Karriere hemmt. Eine Quelle seines Widerstands in sein Glaube: Huber ist katholisch. In einem Schreiben Herbert Gerigks an den Reichsstudentenführer vom 19. November 1936 heißt es: „Hubers Bindungen zum Katholizismus und sogar eine ausgesprochen parteifeindliche Haltung sind eindeutig erwiesen“.

Schon die Nazis unterstellten offenbar einen Zusammenhang, den wir heute anhand von Schriftzeugnissen klar aufweisen können: Weil Huber katholisch war, war er parteifeindlich. Und weil er ein Mensch war, der sich weigerte, das Denken einzustellen. Und ein Patriot, der es – im Gegensatz zu den Nazis – ganz ernst meinte mit dem Wohl des deutschen Volkes.

In seiner Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof am 19. April 1943 sagt Huber: „Als deutscher Staatsbürger, als deutscher Hochschullehrer und als politischer Mensch erachte ich es als Recht nicht nur, sondern als sittliche Pflicht, an der politischen Gestaltung der deutschen Geschicke mitzuarbeiten, offenkundige Schäden aufzudecken und zu bekämpfen“. In diesem Geist fordert er „die Freiheit für unser deutsches Volk zurück“. Die Nachwelt sollte ihm in seiner Grundhaltung Recht geben: „Rückkehr zu klaren sittlichen Grundsätzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch; das ist nicht illegal, sondern umgekehrt die Wiederherstellung der Legalität“.

Drei Monate nach dem Scheinprozess vor dem Volksgerichtshof wird Huber am 13. Juli 1943 hingerichtet. Für die Kirche ist er ein leuchtendes Vorbild im Glauben: 1999 wird Kurt Huber als einer der „Blutzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)“ in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

DT (jbj)

Einen ausführlichen Beitrag zu Kurt Huber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 12. Juli 2018.

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Das dritte Reich Josef Bordat Kurt Huber Nationalsozialisten

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