BER

BER birgt auch einen „heimeligen Ort“  

Flughafenseelsorge auf dem BER. Nach Eröffnung des Airports haben die Flughafenseelsorger ihre Arbeit aufgenommen. Sie dürfen nicht abheben.
Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER)
Foto: Frederic Kern via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt BER - hier findet sich die Flughafenseelsorge.

Flughafen Berlin-Brandenburg, Terminal 1, Ebene 3: Hinter einem Café befinden sich die Räume der Flughafenseelsorge. Ein paar Tage vor der Eröffnung des BER nehmen der katholische Priester Wolfgang Felber und seine Kollegin, die evangelische Pfarrerin Sabine Röhm, die Stühle für ihren neuen Arbeitsort in Empfang. Mitarbeiter eines Unternehmens öffnen Kartons und schälen Sitzgelegenheiten aus schwarzem Metall aus der Plastikfolie. Zwölf kommen in den Raum der Stille, zwölf in die Kapelle.

Ohne religiöse Symbole

Beide Räume sind quadratisch und verfügen jeweils über einen Vorraum. Drinnen ist es tatsächlich still und ziemlich dunkel. Die Ziegelwände werden von unten beleuchtet. Eine weitere Lichtquelle ist der Lichthof an der Decke, der an den Himmel erinnert. Der Raum der Stille kommt ohne religiöse Symbole aus. Links daneben ist die Kapelle mit dem Kreuz. Felber und Röhm freuen sich besonders über die Kapelle, denn so etwas gab es bislang noch auf keinem Berliner Flughafen. Sie planen kurze Andachten. Nach dem Ende der Pandemie sollen hier auch Taufen und Trauungen stattfinden. Vielleicht für Menschen, die sich auf dem Flughafen kennen gelernt haben? Wer weiß.

Schnell fertig

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„Es war ein Wunsch des Architekten, innerhalb des Flughafengebäudes einen möglichst heimeligen Ort zu schaffen“, sagt Wolfgang Felber und erzählt, dass Hans-Joachim Paap vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner diese Räume in Absprache mit Kirchenvertretern gestaltet hat. Sie waren rasch fertig – im Unterschied zum übrigen BER. Die Eröffnung des Flughafens war ursprünglich für Juni 2012 geplant und musste immer wieder verschoben werden.

Vor der Abfertigung

Felber und Röhm verfügen noch über Büros in einem Verwaltungsgebäude und einen Schalter auf Ebene 3. Er befindet sich, ebenso wie Kapelle und Raum der Stille, auf der sogenannten Landseite des Flughafens, also vor der Abfertigung. „Das hat den Vorteil, dass auch Menschen, die Reisende abholen, sie erreichen können“, sagt der Jesuiten-Pater. Der Nachteil bestünde darin, dass viele Passagiere sich vor der Passkontrolle wenig Zeit für ein Zwiegespräch mit Gott nehmen. Auf einigen anderen Flughäfen sind Kapellen und Räume der Stille auf der sogenannten Luftseite, also nach der Abfertigung. Dort sind sie unerreichbar für wartende Angehörige. Seelsorge wird übrigens an 17 Flughäfen im deutschsprachigen Raum angeboten. DT/joja

Nach Pleiten, Pech und Pannen findet am BER nun auch Seelsorge statt. Lesen Sie den ganzen Text in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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