Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Kritik an Marx'scher Metapher vom „toten Punkt“

Der Publizist Alexander Pschera wirft die Frage auf, ob man in Zusammenhang mit dem Zustand der Kirche von einem „toten Punkt“ sprechen kann. Er sieht darin ein grundsätzliches Missverständnis.
Kardinal Marx und der tote Punkt
Foto: Lennart Preiss (dpa) | Pschera wirft die Frage auf, ob sich in der Behauptung, die Kirche sei an einem toten Punkt angekommen, nicht schon ein „grundsätzliches, in seiner Tiefe kaum zu überschätzendes Missverständnis“ verberge.

In Verbindung mit seinem Gesuch, vom Amt des Erzbischofs von München und Freising zurückzutreten, sprach Kardinal Reinhard Marx davon, dass die Katholische Kirche an einem „toten Punkt“ angekommen sei. Diese Metapher in Zusammenhang mit dem Zustand der Kirche zu verwenden, kritisiert der Publizist Alexander Pschera in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Lesen Sie auch:

Innovation um der Innovation willen ist sinnlos

„Die Metapher vom ,toten Punkt' wird in der Wirtschaftslehre, in der Sportwissenschaft, in der Ahnenforschung eingesetzt“, schreibt Pschera. Allerdings sei die Frage, ob er im Leben der Kirche seine Berechtigung habe. Pschera wirft die Frage auf, ob sich in der Behauptung, die Kirche sei an einem toten Punkt angekommen, nicht schon ein „grundsätzliches, in seiner Tiefe kaum zu überschätzendes Missverständnis“ verberge.

Was mit der Metapher gemeint werden sollte, ist nach Pscheras Ansicht klar: „In den Augen einiger Katholiken bedarf das, was sie ,Kirche' nennen, einer grundlegenden Erneuerung, ja Modernisierung.“ Der Zweck und das konkrete Ziel der Innovationen würden aber unbenannt bleiben. „Dieser Mangel an Teleologie, an Zielgerichtetheit, an Ergebnisorientierung macht diese Forderungen obskur“, so Pschera. Wer eine Organisation erneuern wolle, verbinde damit konkrete Absichten: „Innovation um der Innovation willen ist sinnlos.“  DT/mlu

Was Alexander Pschera an der Rede, die Kirche sei an einem „toten Punkt“ angekommen, am meisten verwundert, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Alexander Pschera Erzbischöfe Katholische Kirche Reinhard Marx

Weitere Artikel

Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Wolfgang F. Rothe ist Deutschlands bekanntester LGBTQ-Aktivist mit Kollar. Auch seine eigene Münchner WG machte der Priester zum Medienhappening. Doch das Experiment scheiterte.
14.05.2026, 17 Uhr
Jakob Ranke

Kirche

Was zeichnet den neuen Pontifex aus? Welche Akzente setzten Leos Vorgänger mit ihren jeweils ersten Lehrschreiben? Es zeigt sich die Kontinuität.
28.06.2026, 11 Uhr
Christoph Münch
In würdigem Rahmen und bei magerer Kost ein letztes Gespräch, bevor sich die Wege trennen.
28.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Intrigen, Verleumdungen und Grabenkämpfe begleiteten das Panorthodoxe Konzil, das vor zehn Jahren auf Kreta stattfand.
27.06.2026, 11 Uhr
Stephan Baier