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Zweierlei Maß für Christen und Muslime in Spanien

Die Sondergenehmigung für einen muslimischen Verband kontrastiert mit der Härte, mit der die Polizei gegen die Teilnehmer an der Karfreitagsliturgie vorging.
Spanien: Zivilschutzes kontrolliert die Einhaltung der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen an einer Landstraße
Foto: Álex Cámara (Europa Press) | Granada: Ein Mitarbeiter des Zivilschutzes kontrolliert die Einhaltung der Covid-19-Ausgangsbeschränkungen an einer Landstraße während der Osterfeiertage.

Am Karfreitag stürmte die spanische Polizei die Kathedrale von Granada, als Erzbischof Francisco Javier Martínez die Karfreitagsliturgie zelebrierte. An der Feier nahmen etwa 20 Personen teil, die auf Anordnung der Polizei unter Androhung eines Bußgeldes die Kathedrale räumen mussten.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Efe“ erklärte das Erzbistum, der Erzbischof habe in der Überzeugung gehandelt, die Teilnahme einer so kleinen Anzahl Gläubige sei erlaubt: „Die Gläubigen hielten den Abstand, den die geltenden Vorschriften vorschreiben, da sich in einem Raum mit einer Kapazität von etwa 900 Personen lediglich etwa zwanzig Gläubige verteilten.“

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Vorbereitungen auf den Ramadan bewilligt

Umso mehr erstaunt die Meldung der spanischen Zeitung „Ok Diario“ vom Samstag, laut der die Regierung trotzt der verhängten Reisebeschränkungen am Freitag Reisen von Mitgliedern einer islamischen Gemeinschaft zur Vorbereitung auf den Ramadan bewilligt habe. In den Sozialen Netzwerken und den Medien wird die „Sondergenehmigung zur Bewegungsfreiheit“ kritisiert, weil Reisen, etwa um Lebensmittel in einer anderen Stadt einzukaufen, verboten sind. Außerdem wird beanstandet, dass es mit zweierlei Maß gemessen werde: Die Feier von Gottesdiensten und der Karwoche werde ausgesetzt, während die islamische Gemeinschaft in der gleichen Situation Privilegien erhalte.

Die Gewerkschaft der Guardia Civil (Landpolizei) „Union GC“ äußerte ebenfalls ihr Unbehagen. Unter den Gewerkschaftsmitgliedern herrsche Unzufriedenheit mit der Sonderbehandlung der muslimischen Gemeinschaft: „Die Beamten sind nicht in der Lage, die zuletzt erhaltenen Befehle zu verstehen, die gegen den Alarmzustand des Covid-19 verstoßen“. Die Gewerkschaft respektiere die Traditionen der muslimischen Gemeinschaft, aber die Aufhebung der Reisebeschränkungen „widerspricht den allgemeinen Maßnahmen zur Einschränkung der Bevölkerung, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern“. Die Stellungnahme der Polizeigewerkschaft nennt die „gerade in der Karwoche“ erteilte Sondergenehmigung „rücksichtlos“ gegenüber Millionen Katholiken, die gleichzeitig daran gehindert würden, an der Liturgie teilzunehmen.

"Rücksichtslos" gegenüber Millionen Katholiken

Das zeitliche Zusammenfallen von der Räumung der Kathedrale von Granada mit der Sondergenehmigung zur Vorbereitung auf den Ramadan kommentiert Eugenio López in „hispanidad.com“ mit den Worten: „Die christophobe Regierung von Pedro Sánchez möchte nicht, dass Heilige Messen gefeiert werden, wohl aber der Ramadan.“

DT/jg

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