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Wucherpfennig: Päpstliches „Nein“ zur Frauenweihe aufgeben

In seinem Lehrschreiben „Ordinatio sacerdotalis“ bestätigte Johannes Paul II. endgültig, dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen zu Priestern zu weihen. Der Jesuit Ansgar Wucherpfennig plädiert nun dafür, dieses Verdikt aufzugeben. Das Tabu in der Diskussion sei schon gefallen.
Jesuit Wucherpfennig: Über Frauenweihe diskutieren
Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) | on den am Freitag stattfindenden fünf Regionalkonferenzen, mit denen die Kirche den Reformprozess des Synodalen Wegs fortsetzt, erwartet sich Wucherpfennig „viel“

Nach Ansicht des Frankfurter Jesuitenpaters Ansgar Wucherpfennig sollte die katholische Kirche nicht mehr an der ablehnenden Haltung zur Priesterweihe von Frauen festhalten, die Papst Johannes Paul II. 1994 in seinem lehramtlichen Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ festgelegt hatte. Im Gespräch mit der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA) erklärte Wucherpfennig: „Ich denke, dass es aus theologischer Sicht sinnvoll ist, dieses Verdikt aufzugeben, das Tabu in der Diskussion ist ohnehin schon gefallen.“

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Über das Gegenteil nachdenken

In „Ordinatio sacerdotalis“ hatte Johannes Paul II. endgültig bestätigt, dass die Kirche keinerlei Vollmacht habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Der polnische Papst verwies darauf, dass es in der Frage nicht um eine neue Einsicht gehe, sondern um die Bestätigung einer zum Glaubensgut gehörenden Lehre. Das Urteil von Papst Johannes Paul II. sei laut Wuchepfennig „zunächst einmal eine Selbstbeschränkung“ gewesen. „Und das bedeutet eigentlich, dass man auch über das Gegenteil nachdenken kann.“ Bischöfe hätten sich schon lange in diesem Sinn geäußert, und Papst Franziskus tue das in Bezug auf Diakoninnen, so der Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen.

Darüber hinaus erklärte Wucherpfennig, er sehe in der Debatte um Frauen in kirchlichen Ämtern keinen theologischen Grund zu sagen: „Diakonin ja, aber Priesterin nein. Oder Diakonin ja, aber Kardinälin nein.“ Praktisch könne er sich das Amt der Diakonin als möglichen nächsten Schritt vorstellen, zumal es in der frühen Kirche belegt sei.

Impuls des Zweiten Vatikanums neu aufgreifen

Von den am Freitag stattfindenden fünf Regionalkonferenzen, mit denen die Kirche den Reformprozess des Synodalen Wegs fortsetzt, erwartet sich Wucherpfennig „viel“. Der Synodale Weg sei „geschichtlich wahrscheinlich die letzte Chance, den Impuls, der mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gegeben war und dann eine ganze Zeit lang stagniert ist, noch einmal aufzugreifen und in eine neue Dynamik zu bringen“. Dieser Impuls sei längst noch nicht eingelöst.  DT/mlu

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