Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Oberursel

Was aus lutherischer Sicht gegen Interkommunion spricht

Das ökumenische Papier „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ verschleiert Unterschiede und Gegensätze. Der evangelisch-lutherische Theologe Werner Klän entlarvt die Unschärfen.
"Gemeinsam am Tisch des Herrn"
Foto: Bernd Thissen (dpa) | Das Votum des Internationalen Ökumenischen Arbeitskreises "Gemeinsam am Tisch des Herrn" verschleiert nach Ansicht von Werner Klän Unterschiede und Gegensätze.

Das Votum des Internationalen Ökumenischen Arbeitskreises „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ spricht sich für eine wechselseitige Einladung der Kirchen zur Feier des Abendmahls beziehungsweise der Eucharistie unter Anerkennung der jeweiligen liturgischen Feier- und Leitungsgestalten aus. Nachdem es unter den katholischen Bischöfen sowohl Zustimmung als auch Widerspruch gegeben hat, hat sich die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche in einem Gutachten nun dagegen positioniert.

Lesen Sie auch:

Unterschiede werden verschleiert

Das Dokument verschleiere die Unterschiede und Gegensätze durch „schwebende Formeln“, erläutert Werner Klän, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie an der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel, im Interview mit der Tagespost. Klän bezieht sich mit dieser Einschätzung vor allem auf eine Stelle des Papiers, in der es heißt: „Er (Christus) schenkt sich ihnen in seinem für alle dahingegebenen Leib und Blut, wenn sie sich unter dem Wort seiner Verheißung das Brot und den Wein in der eucharistischen Feier des Abendmahls reichen lassen". Nur scheinbar würden hier Motive biblischer und lutherischer Abendmahlstheologie zitiert, so Klän. „Dass die Kommunikanten ,in, mit und unter' Brot und Wein wirklich Leib und Blut des gekreuzigten und auferstandenen Christus empfangen, kommt nicht zur Geltung … Denn auch Lutheraner können – wie ich finde, ,gut katholisch' – sagen, dass es sich in der Feier des Altarsakraments/der Eucharistie um die Gegenwart des ewigen Opfers Christi im Kontext der gottesdienstlichen Gemeinde handelt.“

DT/ama

Warum Klän in dem Dokument eine Auflösung sowohl des überlieferten lutherischen als auch des römisch-katholischen Abendmahlsverständnisses sieht, welche Aspekte des Dokumentes aber auch seine Zustimmung finden, lesen Sie im vollständigen Interview in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie diese

Themen & Autoren
Redaktion Bischof Evangelisch-Lutherische Kirche Evangelische Kirche Jesus Christus Martin Luther

Weitere Artikel

In guten wie in schlechten Zeiten sollten wir Gott danken, schreibt Kurt Kardinal Koch. Nach dem Vorbild Jesu, der in der äußersten Niederlage seines irdischen Lebens dankt.
04.07.2026, 21 Uhr
Kurt Kardinal Koch
In der Schweiz blüht eine deutschsprachige Volksandacht wieder auf, die vom Mittelalter bis heute überlebt hat. 
25.04.2026, 17 Uhr
Kathrin Benz
Die mit 95 Jahren Verspätung herausgegebene Arbeit Eberhard Michelssons dokumentiert die gottlose Repression der Kirche in der Sowjetunion.
13.04.2026, 15 Uhr
Uwe Wolff

Kirche

Ein Neupriester aus dem Seminar Wiegratzbad ist der Kroate Pater Stjepan Androić. Mit der „Tagespost“ spricht er über seine Berufung – und worauf er sich nun freut.
04.07.2026, 09 Uhr
Elisabeth Hüffer
Mehr Andacht, weniger Reliquienverehrung: So funktioniert die neue Zweiteilung des Kölner Doms nach der Einführung der Eintrittspreise. Ein Erfahrungsbericht.
03.07.2026, 15 Uhr
Regina Einig
Der Vatikan legt getrennte Verfahren für Priester und Laien der Piusbruderschaft vor, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückkehren wollen.
03.07.2026, 14 Uhr
Meldung