Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Washington, D.C.

US-Bischöfe: Corona-Impfstoff muss ethische Standards berücksichtigen

In einem offenen Brief an die US-Regierung lehnen die amerikanischen Bischöfe sowie mehrere Lebensrechtsorganisationen Impfstoffe ab, die auf Zellen von abgetriebenen Föten zurückgreifen.
Suche nach Corona-Impfstoff
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | Derzeit werden in den USA zahlreiche verschiedene potenzielle Impfstoffe gegen Covid-19 getestet. Einige davon greifen auf alte Zellstrukturen zurück, die aus abgetriebenen Föten stammen.

Während weltweit Forscher und Wissenschaftler an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus arbeiten, plädieren die US-Bischöfe gemeinsam mit mehreren Lebensrechtsorganisationen dafür, dass dieser ethische Standards berücksichtigen müsse und nicht in Verbindung mit Abtreibungen stehen dürfe.

Menschliches Leben darf nie ausgenutzt werden

Lesen Sie auch:

In einem offenen Brief an den Vorsitzenden der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA), Stephen M. Hahn, unterstützen die Bischöfe und die Vorsitzenden mehrerer Lebensrechtsorganisationen grundsätzlich die Bemühungen der FDA, im Kampf gegen das Virus so schnell wie möglich einen „effektiven, sicheren und flächendeckend verfügbaren Impfstoff“ zu entwickeln. Dieser dürfe jedoch nicht gegen das Prinzip verstoßen, „dass menschliches Leben heilig ist und nie ausgenutzt werden sollte“.

Derzeit werden in den USA zahlreiche verschiedene potenzielle Impfstoffe gegen Covid-19 getestet. Einige davon greifen auf alte Zellstrukturen zurück, die aus abgetriebenen Föten stammen. Würden solche Impfstoffe eingesetzt werden, sehen das die Bischöfe als „ethisch problematisch“. In dem Brief, der unter anderen von Bischof Jospeh Naumann, dem Vorsitzenden des Lebensrechtskomitees der US-Bischofskonferenz sowie drei weiteren Bischöfen unterzeichnet ist, wird darauf hingewiesen, es nicht notwendig sei, jene moralisch fragwürdigen Impfstoffe einzusetzen, da man auch auf Zellen zurückgreifen könne, die nicht von abgetriebenen Föten stammen würden.

Nicht zwischen Impfung und Verstoß gegen Gewissen entscheiden

Den FDA-Vorsitzenden Hahn fordern die Unterzeichner direkt auf, auf Pharma-Unternehmen einzuwirken, die derzeit an einem Covid-Gegenmittel arbeiten, und sie an ihre ethische Verantwortung zu erinnern. „Kein Amerikaner sollte gezwungen sein, sich zwischen einer Impfung gegen dieses potenziell tödliche Virus und einem Verstoß gegen sein Gewissen zu entscheiden.“

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Impfungen US-Regierung

Weitere Artikel

Sichere und wirksame Impfung? So giftig verlief die heutige öffentliche Anhörung der Corona-Enquete-Kommission.
19.03.2026, 21 Uhr
Stefan Rehder
Der CDU-Politiker Hendrik Streeck hat nicht für den prinzipiellen Ausschluss von Hochbetagten von Therapien plädiert. Das wäre mit dem Menschenbild des Grundgesetzes nicht vereinbar.
21.11.2025, 11 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Das vatikanische Appellationsgericht ordnet die Wiederholung des Verfahrens gegen Kardinal Angelo Becciu an. Ein Grund: wie Papst Franziskus in die Verhandlungen eingegriffen hat.
01.04.2026, 08 Uhr
Giulio Nova
Wohl auch eine ganz konkrete Anspielung: Papst Leo predigt am Palmsonntag über Gott, der den Krieg ablehnt. Eine Änderung der katholischen Lehre ist damit nicht verbunden.
31.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Welticke
Die dazugewonnene Zeit bietet mehr für Freizeit, Familie, Freunde und Engagement – aber vor allem auch für Gott. Ein Erfahrungsbericht.
01.04.2026, 07 Uhr
Jonathan Prorok