Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Regensburg

Theologe Schaller: Benedikt-Besuch „zwischen Sorge und Freude“

Einen „Gang in die eigene Biografie“ nennt der stellvertretende Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. den Besuch in Regensburg. Die Tage seien geprägt gewesen von der Spannung zwischen Sorge um den schwerkranken Bruder und der Freude, ihn noch einmal zu treffen.
Bilanz zu Benedikt-Besuch in Regensburg
Foto: Armin Weigel (dpa) | In Anbetracht sein hohen Alters und seines Gesundheitszustandes habe Benedikt die Strapazen der Reise „gut weggesteckt“, so Schaller – auch wenn ihn der Besuch durchaus körperlich angestrengt habe.

Nach Ansicht des stellvertretenden Direktors des Instituts Papst Benedikt XVI., Christian Schaller, war der Besuch Benedikts in seiner bayerischen Heimat eine Reise „zwischen Sorge und Freude“. Die Tage in Regensburg seien einerseits von der Sorge um seinen schwerkranken Bruder Georg geprägt gewesen, gleichzeitig aber auch von der „Freude, den Bruder zu sehen, Regensburg und Bayern zu sehen, und das Grab seiner Eltern zu besuchen“, so Schaller gegenüber der Tagespost. Zudem sprach er von einem „Gang in die eigene Biografie. Das berührt“.

Benedikt regelrecht aufgeblüht

Lesen Sie auch:

Der emeritiere Papst war am Montag nach einem fünftägigen Besuch in Regensburg, um Abschied von seinem schwerkranken Bruder zu nehmen, wieder in den Vatikan zurückgekehrt. In Anbetracht sein hohen Alters und seines Gesundheitszustandes habe Benedikt die Strapazen der Reise „gut weggesteckt“, so Schaller weiter – auch wenn ihn der Besuch durchaus körperlich angestrengt habe. Man habe aber auch wahrnehmen können, wie Benedikt regelrecht aufgeblüht sei: „Seine Stimme ist zeitweise deutlich klarer geworden.“

Die Frage, ob die Fotos, die den emeritierten Papst in Regensburg zeigen, den ausdrücklichen Bitten des Bistums, den privaten Rahmen des Besuchs zu wahren, widersprechen, verneint Schaller. Benedikt sei aus der Distanz zu sehen, in einem öffentlichen Rahmen. „Man kann ihn ja nicht völlig abschirmen, und das ist auch nicht notwendig.“ In Sozialen Netzen war zuvor von einigen Nutzern beklagt worden, die Fotos seien "geschmacklos".

Benedikt war am Donnerstag überraschend nach Regensburg gereist, um seinen Bruder Georg Ratzinger zu besuchen. Der Gesundheitszustand des langjährigen Kapellmeisters der Regensburger Domspatzen hatte sich zuletzt sehr verschlechtert. Beim Besuch des emeritierten Papstes handelt es sich um eine rein private Visite. Öffentliche Auftritte waren nicht vorgesehen. Der Besuch des Papa Emeritus in Regensburg stellte seine erste Reise außerhalb Italiens und des Vatikans seit seiner Abdankung 2013  dar. 

DT/mlu

Lesen Sie eine Bilanz des Überraschungsbesuchs des emeritierten Papstes in Regensburg in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

Themen & Autoren
Redaktion Benedikt XVI. Georg Ratzinger Glaubensbrüder Päpste

Weitere Artikel

Nicht nur unser Bauch braucht Nahrung, sondern auch unsere Seele. Nur Jesus kann sie uns geben. Deshalb ist die heilige Kommunion das größte Geschenk Gottes an uns.
14.08.2026, 05 Uhr
Theresa Rhee
Wie kann man seine Kinder liebevoll und bindungsorientiert im christlichen Glauben erziehen? Tobias Teichen, Pastor einer Freikirche, hat Tipps.
11.08.2026, 11 Uhr
Tobias Klein
Zum Festtag des heiligen Josef sendet K-TV einen Dokumentarfilm mit bewegenden Zeugnissen aus aller Welt. Auch die Gebets-App Hallow veröffentlicht geistliche Impulse.
19.03.2026, 11 Uhr
Meldung

Kirche

Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig