Vatikanstadt

Sarah trifft sich mit Benedikt

Es gebe „keinerlei Missverständnis“ zwischen ihm und dem emeritierten Papst, erklärt Kardinal Robert Sarah nach einem Treffen mit Benedikt. Die Debatte um sein jüngstes Buch kritisiert Sarah deutlich.
Diskussionen um Sarahs Buch zu Zölibat und Priestertum
Foto: KNA | Die Diskussionen um Sarahs Buch hatten vor einer Woche begonnen, nachdem die französische Tageszeitung „Le Figaro“ vorab Auszüge veröffentlicht hatte.

Nach den intensiven Diskussionen um sein jüngst erschienenes Buch „Des profondeurs de nos coeurs“ („Aus den Tiefen unserer Herzen“) ist der afrikanische Kurienkardinal Robert Sarah Ende vergangener Woche offenbar zu einem Treffen mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. zusammengekommen. Über den Kurzmitteilungsdienst „Twitter“ erklärte der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, dass es „keinerlei Missverständnis“ zwischen ihm und dem Emeritus gebe. „Ich bin sehr glücklich, voller Frieden und Mut aus diesem schönen Gespräch herausgegangen“, so Kardinal Sarah.

"Unaufhörliche, widerliche und verlogene Polemik"

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Sarah erklärte auch, dass es aufgrund der „unaufhörlichen, widerlichen und verlogenen Polemik, die seit Beginn vergangener Woche nie aufgehört hat“, zu dem Treffen gekommen sei und forderte dazu auf, das Buch zu lesen und darüber nachzudenken. Seinem Verleger Nicolas Diat und dem Verlag „Fayard“, in dem die französische Originalversion vergangenen Mittwoch erschienen war, dankte Sarah für ihre „Diszipliniertheit, Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit und die Professionalität“, die sie unter Beweis gestellt hätten.

Die Diskussionen um Sarahs Buch hatten vor einer Woche begonnen, nachdem die französische Tageszeitung „Le Figaro“ vorab Auszüge veröffentlicht hatte. Zunächst war auch der emeritierte Papst Benedikt, der einen ausführlichen Text mit dem Titel „Das katholische Priestertum“ zum dem Buch beisteuerte, als Co-Autor genannt. Das Eintreten von Benedikt XVI. für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats war jedoch als Affront gegen den jetzigen Amtsinhaber Papst Franziskus gedeutet worden.

Französische Erstausgabe führt Benedikts Namen auf Titelseite

Vergangenen Dienstag ließ Benedikt über seinen Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, klarstellen, dass er nicht Co-Autor des viel diskutierten Buches sei. Zudem gab Gänswein bekannt, dass der Name Benedikts von der Titelseite entfernt werden müsse. Auf der französischen Erstausgabe ist der Emeritus aber noch immer als Co-Autor genannt, da diese zum Zeitpunkt der Debatte bereits gedruckt war. Der amerikanische Verlag Ignatius Press, der das Buch auf Englisch herausgibt, weigert sich Medienberichten zufolge noch, die Autorenzeile zu ändern.

DT/mlu

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