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Maria 1.0 begrüßt Abwesenheit von Irme Stetter-Karp bei Weltsynode

Der Vatikan hatte die ZdK-Vorsitzende nicht für die Weltsynode nominiert. Darauf regte sich erst Protest, nun Zustimmung.
ZdK-Präsidentin Stetter-Karp hat sich während des Synodalen Wegs im Vatikan nicht gerade beliebt gemacht
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | Persona non grata: Irme Stetter-Karp, ZdK-Präsidentin, hat sich während des Synodalen Wegs im Vatikan nicht gerade beliebt gemacht. Nun ist sie nicht für die Weltsynode nominiert worden.

In der Diskussion um die Auswahl der deutschen Teilnehmer an der kommenden Weltsynode in Rom hat sich nun die konservative Laieninitiative „Maria 1.0“ zu Wort gemeldet. In Reaktion auf einen offenen Brief ehemaliger Mitglieder des „Forums Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ des Synodalen Wegs äußert sich Maria 1.0 in einem eigenen „offenen Brief“ positiv über die Auswahlentscheidung des Vatikans. Dieser hatte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, nicht als Teilnehmerin benannt, sondern lediglich ihren Stellvertreter, Thomas Söding. Von Maria 1.0 heißt es dazu, man begrüße „die Entscheidung, Frau Dr. Irme Stetter-Karp nicht als stimmberechtigtes Mitglied benannt zu haben, da sie (…) immer wieder gezeigt hat, dass sie kein ehrliches Interesse an einer wahrhaft synodalen Kirche hat“.

Weiter heißt es in dem als Pressemitteilung versandten offenen Brief: „Auch wenn eine laute Gruppe von deutschen Reformbefürwortern sich dennoch durch Frau Dr. Irme Stetter-Karp gut vertreten gewusst hätte, so gibt es mindestens ebenso viele Katholiken in Deutschland, die weder inhaltlich hinter ihr stehen noch die Verbände und Gremien unterstützen können, denen sie vorsteht.“ Viele Katholiken wüssten nicht einmal von der Existenz des ZdK. Die Initiative wirft Stetter-Karp auch vor, auf dem europäischen Kontinentaltreffen, das der für Oktober geplanten Weltsynode vorausging, mit Stil und Inhalt der deutschen Reformideen andere Katholiken aus Europa befremdet zu haben. Zudem habe Stetter-Karp bei anderer Gelegenheit für ein flächendeckendes Angebot von Schwangerschaftsabbrüchen stark gemacht. Positiv hebt Maria 1.0 an der Auswahl des Vatikans hervor, dass mit Kardinal Gehard Müller und dem Passauer Bischof Stefan Oster zwei „namhafte Theologen“ berufen worden seien, die „tatsächlich viele Katholiken in Deutschland vertreten“.

Papst nominiert Oster, Müller und Genn

Papst Franziskus hatte in einer Liste, die am vergangenen Freitag veröffentlicht worden war, neben Oster und Müller auch den Münsteraner Bischöfe Felix Genn direkt als Synodenmitglied ernannt. Aus den Reihen der deutschen Bischofskonferenz nehmen außerdem die Bischöfe Bätzing (Limburg), Meier (Augsburg) und Overbeck (Essen) teil. Erstmals bei einer Synode haben nicht nur Bischöfe Stimmrecht, sondern auch Mitglieder einer Gruppe von Priestern, Ordensleuten und Laien, darunter der deutsche Priester und Renovabis-Geschäftsführer Thomas Schwartz und die (deutsche) Generalsekretärin der nordischen Bischofskonferenz, Schwester Anna Mirijam Kaschner. ZdK-Vize Söding nimmt als theologischer Berater ohne Stimmrecht teil.

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In dem offenen Brief aus den Reihen des ehemaligen Frauen-Synodalforums, der am Montag aus Protest gegen die Auswahl veröffentlicht worden war, sprachen die Unterzeichnerinnen von einem „Affront“. Über Stetter-Karp hieß es wörtlich: Obwohl in Deutschland in den vergangenen Jahren ein intensiver synodaler Prozess stattfand, der zu Beschlüssen geführt hat, die dringende Reformanliegen u.a. im Hinblick auf Partizipation, Gewaltenteilung, Geschlechtergerechtigkeit bezüglich Frauen in der Kirche und Gleichberechtigung queerer Menschen anbelangt, wurde es versäumt, eine der Frauen, die diese Anliegen in die Weltsynode hätte einbringen können, als stimmberechtigte Synodalin zu benennen.“ (DT/jra)

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