Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Rom

Franziskus will eingetragene Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare

Homosexuelle seien Kinder Gottes und hätten ein Recht auf eine Familie, so Papst Franziskus in einem neuen Dokumentarfilm über sein Leben und Wirken. Ausdrücklich fordert er ein "Gesetz zur eingetragenen Lebenspartnerschaft" für gleichgeschlechtliche Paare.
Franziskus zu gleichgeschlechtlichen Paaren
Foto: Tiziana Fabi (AFP Pool/AP) | In einem neuen Dokumentarfilm, der am Mittwoch in Rom uraufgeführt wurde, erklärt der Papst wörtlich: "Homosexuelle haben ein Recht darauf, Teil der Familie zu sein."

Papst Franziskus hat sich für die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. In einem neuen Dokumentarfilm, der am Mittwoch in Rom uraufgeführt wurde, erklärt der Papst wörtlich: "Homosexuelle haben ein Recht darauf, Teil der Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes und haben ein Recht auf eine Familie. Niemand sollte hinausgeworfen werden oder deswegen unglücklich gemacht werden." Zuerst hatte die Nachrichtenagentur "Catholic News Agency" (CNA) darüber berichtet.

Lesen Sie auch:

Papst will rechtliche Absicherung für Homosexuelle

Nach Ansicht des Papstes brauche es ein "Gesetz zur eingetragenen Lebenspartnerschaft. Auf diese Weise sind sie rechtlich abgesichert".  Dafür sei er eingetreten, so Franziskus in dem Film. Die Aussage, mit der der Papst eine andere Position als die Kongregation für die Glaubenslehre und auch seine Vorgänger vertritt,  wird an der Stelle in dem Dokumentarfilm gemacht, in dem es um die Seelsorge für Menschen geht, die sich selbst als LGBT identifizieren.

Der Dokumentarfilm "Francesco" handelt vom Leben und Wirken des Papstes und feierte am 21. Oktober im Rahmen des Filmfestivals von Rom Premiere. Am Sonntag soll er auch in Nordamerika aufgeführt werden. Der Film schildert nach Angaben von CNA die Herangehensweise von Papst Franziskus an drängende soziale Fragen wie auch die Seelsorge für Menschen, die – so der Papst – "an der existentiellen Peripherie" leben.

Interviews mit prominenten Papst-Vertrauten

Mit Interviews mit Persönlichkeiten aus dem Vatikan, darunter Kardinal Luis Tagle und andere Mitarbeiter des Papstes, wirft "Francesco" einen Blick auf das Eintreten des Papstes für Migranten und Flüchtlinge, die Armen, sein Vorgehen in der Frage des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und die Einstellung von Katholiken – wie anderen – gegenüber Personen, die sich selbst als LGBT identifizieren. DT/mlu/CNA

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen

Themen & Autoren
Meldung Catholic News Agency (CNA) Homosexuelle Kardinäle Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Erzbischof Georg Gänswein wird 70. Hier spricht er über die Aussöhnung mit Papst Franziskus, den schwierigen Neubeginn im Baltikum und seine Pläne für eine Seligsprechung von Benedikt XVI.
29.07.2026, 14 Uhr
Benjamin Leven
Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
13.01.2026, 10 Uhr
Meldung

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig