Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Wien

Erzbischof Lackner: Synodaler Prozess ist Hoffnungsweg

Österreichs Bischöfe begrüßen vatikanisches Arbeitsdokument zur Synodalität. Weltweit hätten ähnliche Themen einen hohen Stellenwert
Salzburgs Erzbischof Franz Lackner würdigte das „Bemühen Roms
Foto: Rudi Gigler via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Erzbischof Lackner würdigte das „Bemühen Roms, so viele Leute wie möglich einzubinden“.

Als einen „Hoffnungsweg“ sieht der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, den von Papst Franziskus initiierten weltweiten Synodalen Prozess. In einer Pressekonferenz am Freitag in Wien würdigte er das „Bemühen Roms, so viele Leute wie möglich einzubinden“. Es gelte zunächst, aufeinander zu hören, dann jedoch werde man auch unterscheiden und letztlich entscheiden müssen, so Lackner. Niemand sei im Besitz der gesamten Wahrheit, deshalb brauche man einander wechselseitig in der Kirche. 

Lesen Sie auch:

Eine Herausforderung besteht nach Ansicht von Erzbischof Lackner darin, „Synodalität mit Hierarchie zusammen zu denken“. Zum Hören komme auch der Gehorsam. Auf eine Frage dieser Zeitung, was unternommen werde, damit die Kirche nicht im Streit versinke und die Zentrifugalkräfte überhand nehmen, sagte der Erzbischof wörtlich: „Ein bisserl streiten schadet nicht.“ Er staune aber immer wieder über die vielen Gemeinsamkeiten. Auch werde die Lehre der Kirche nicht verändert werden.

Neubewertung der Rolle der Frau

Die Österreichische Bischofskonferenz begrüßt in einer Erklärung zum vatikanischen Arbeitsdokument das „echte Bemühen, die ganze Weltkirche einzubeziehen“. Es zeige sich, „dass nahezu weltweit ähnliche Themen einen hohen Stellenwert haben. Sie sind Ausdruck des Wunsches nach einer Kirche, die niemanden ausschließt und in der Synodalität, Teilhabe und Mitverantwortung unter allen Gläubigen gelebt werden.“ Auch werde auf allen Kontinenten eine „Neubewertung der Rolle der Frau in der Kirche gefordert“. In Österreich soll nun „ein Prozess zur gemeinsamen Reflexion des Dokuments für die kontinentale Phase in Gang gesetzt werden“. DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Franz Lackner Papst Franziskus Österreichische Bischofskonferenz

Weitere Artikel

Der Salesianer Don Boscos war Dogmatiker, Bischof von Innsbruck, Erzbischof von Salzburg und Primas Germaniae.
23.02.2024, 05 Uhr
Meldung
Österreichs Kirche ist dem christlichen Volk im Kaukasus auf vielfältige Weise verbunden. 
17.05.2024, 17 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Johannes Paul II. schätzte die Frauen und schuf ihnen mit Ordinatio sacerdotalis vor 30 Jahren im Geist der Tradition einen Freiraum. Zugleich stärkte er das Profil der Kirche.
22.05.2024, 11 Uhr
Regina Einig
Gebetszeiten, Lobpreis, Vorträge: Auf dem Pfingstfestival der Gemeinschaft Loretto wollen die Teilnehmer den Heiligen Geist neu erfahren.
21.05.2024, 14 Uhr
Luisa-Maria Papadopoulos
Papst Paul IV. wollte Reformen. Umgeben von einer kleinen Kamarilla führte er aber im Kirchenstaat ein autistisches Regime ein, bis ihn die Römer schließlich hassten.
21.05.2024, 19 Uhr
Dirk Weisbrod